schwieriger pfad

leben wie
auf dem Grat wandern
im nebel tief
hängender wolken
nach dem pfad tasten
der von der brüchigen
kante gesäumt wird
bis zum grund
kann der blick
nicht dringen
vorweg
gerade einen
halben schritt
hoffend
der grund hält
auch beim
nächsten schritt
immer wieder
es gibt kein
zurück

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

fehlanzeiger

ein licht
mir leuchtend
erhellend weg
und gedanken
eine flamme
wärmend und
nährend und
mit schutz
mich umgebend
eine glut die
die haut brennt
bei zuviel nähe
doch nicht
erlischt wenn
es abstand
braucht

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was unter “vermischtes” stünde

der mond trägt heut ein weißes cape
gesäumt mit roter borte
sammelt die schäfchen rund um sich
hoch über unserm orte
sehr hell und ohne worte
vielleicht hat er noch etwas vor
mit seinem glorienkranze
hat er vielleicht ein Rendezvous?
geht er vielleicht zum tanze?
er lächelt still im glanze
und lässt sich nicht darüber aus
er schweigt und schaut ganz heiter
er hat ja recht, was gehts uns an?
die sterne als begleiter
wandert er einfach weiter…

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winterliebelei

hab mich in dich verliebt
als ich dich erstmals sah
du standest plötzlich da
du der mir lächeln gibt

seit tagen immer neu
wenn ich vorübergehe
und deine nase sehe
wie ich mich darauf freu!

manchmal ist wer zu gast
die amsel schaut vorbei
verfällt in zeterei
sieht mich und flieht in hast

ich weiß schon lange dass
ich nicht die einzige bin
nach der dir steht der sinn
und doch empfind ich spaß

seh dich im winterlicht
beschränkt ist unsere zeit
bald schmilzt dein weißes kleid
nein, treu, das bist du nicht

entstanden im #lyrimo-moment “schneemann-gedicht”

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berichte von einsamkeit

10

nein
er brauchte das
licht der lampe nicht
es schlug so zu
scharfe schatten
so saß er nur
ein wenig weggerückt
hinter dem fenster
ins dunkelnde dömmerlicht
sah den weg zur straße
den sein sohn damals ging
voll zuversicht sein
lächeln als er sich zum
letzten winken wandte
sah den weg wie
jeden abend seit
der brief kam mit
salbungsvoll verbrämtem
hohlsprech jenen tod
ihm zu verkünden
den nie zulassen wollte
im schmerz verlassen
zu sein
irgendwie blieb er
selbst am leben
eine qualvolle
ewigkeit lang
irgendwie übrig
eingeschlossen im
dämmern seiner gram
sein leben hatte
damals aufgehört
und alt geworden
kraftlos und müde
war er seiner
bloßen existenz
überdrüssig
und er wollte
nur sitzen
im dämmern
und einfach nur
darauf warten
dass alles
alles endlich
nur zu ende
ginge

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