seufzer

hätte ich
die leichtigkeit
mich zu wiegen
im wind wie
der klatschmohn
ich könnte mit ihm
schwingen ihm
folgen mit meinem
blick direkt
in sein herz
ich bin kein fels
fühle mich doch
zu schwer
ach hätte ich doch
leichtigkeit

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intermezzo (elfchenreigen)

mit
kalten händen
greift der tag
nach meiner sehnsucht nach
wärme

starr
der sommer
auf seinem weg
rauer wind leert mein
herz

klein
sehr blass
am fenster sitzt
eine hoffnung auf ein
irgend~

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liebe?

also
was wollen sie
wissen?
vor jahren traf
ich sie einmal
flüchtig
berührte sie mich
als wollte sie
sagen
gib acht, ich bin
und war doch schon
entschwunden
und wohnt doch
in mir wie eine
von diesen fremden
in der anonymität
von mietskasernen
lediglich ein
geräusch ab und zu
hinter der wand
ein vorübergehen
ein nicken
ein gruß
nein
ich kann nicht
viel sagen
ich kenne sie ja
kaum

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haiku No. 409

beim ersten donner
fiel kühle luft auf das land
ich atme regen

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geschichte

im tosenden meer
der unwägbarkeiten
sucht er nach
der sicherheit
seines selbst
vor jahren schon
ging sie über bord
als er schwimmen
noch nicht konnte
er wäre ihr sonst
vielleicht gefolgt
es war nur ein
moment der vater
vom kurshalten abhielt
und mutters sinn stand
nach klar schiff
also war es wohl
nicht so wichtig
nun treibt er mit
gebrochenem ruder
eine kleine hoffnung
mühevoll vor winden
und gischt bewahrend
auf einen platz
zum ankern

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