herbstfrüchte

am wegrand
nun wieder
klackern oder
dumpfe schläge
spalten schlagend
in grüne panzer
dahinter glänzt
frisch und glatt
die braune frucht
ich greife sie
in meiner hand
fühlt sie sich
warm an und
beinahe
weich

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schnecke

tiefer
in die enger
werdenden windungen
zieht sie sich
nun zurück
versteckt
ein
letztes fühlern
nach draußen noch
woher die kälte
des universums
sie trifft
dann zieht sie
den deckel zu
für einen langen
schlaf

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septemberpost

als käme
jeden tag
eine neue karte
heute eine rote
die du zu den
anderen roten
hängst die zuvor
dich erreichten
so färbt der herbst
das weinlaub an
der alten mauer
tag für tag
ein wenig
mehr

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haiku No. 386

im wilden weinlaub
leuchten rote ranksträhnen
selbst durch morgendunst

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jetzt also

am himmel
eiert ein mond
fahl wurden die
vielen grün wie
mit asche bestäbt
einer letzten
blüte harrend
ihrerselbst
um dann
von der kälte
hart verstoßen
zu fallen
am himmel
eiert der mond
nun ist er da
flüstert er
fühlst du ihn
den herbst

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