november-haiku #lyrimo no. 12

kahle baumfinger
stochern im nebligen grau
ach! ein krähenruf

impuls: „November Haiku“

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november-elegie

das jahr wird nun schon langsam schal
ganz trüb ist es und abgestanden
zuweilen sucht ein sonnenstrahl
sommererinnerung zu landen

den parkflaneuren ist der hals
von wollstrickboas nun umwunden
geh nur recht zeitig! andernfalls
verpasst du schnell die hellen stunden

der mond schaut so kalt und klirrend
auf uns aus seinem weltenraum
und orion wandert eisig flirrend

des nachts durch meinen wintertraum
schau ich zum fenster morgens hin
ließ dort der frost die blumen blühn

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nebelung* #lyrimo no. 7

elf
blätter fielen
zehn vom kalender
das elfte verlor der
ahorn

*nebelung = alte Bezeichnung für den November

impuls: „November – Elfchen“

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haiku No. 388

am strauch blasses rot
glimmen später tomaten
letzter sonnengruß

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halbmond nach dem regen

in einer pfütze sieht der mond
noch einen, der dort scheinbar wohnt
und glotzt zurück

der sieht genau so aus wie er!
er fragt sich, obs ein zeichen wär
von großem glück

denn wie dem andern fehlt ihm was
der andre hat grad eben das:
das gegenstück

gleiches gesellt sich gern und oft
meint nun der mond gewitzt und hofft
und träumt verzückt

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