novemberblues

nur schwer gewöhn ich mich an dieses grau
es spiegelt viel von jenem was ich in mir trage
vor wochen noch lebt ich die illusion
es sei nicht da wovor die augen ich verschließe

es spiegelt viel von jenem was ich in mir trage
die kraft verzehrt von einer lebensmüdigkeit
es sei nicht da wovor die augen ich verschließe
es stimmt nicht mehr. ich treff es selbst im traum

die kraft verzehrt von einer lebensmüdigkeit
die welt verrauscht. das lächeln friert mir ein
es stimmt nicht mehr. ich treff es selbst im traum
das monster das mir angst vorm tage macht

die welt verrauscht. das lächeln friert mir ein
bin auf der flucht. doch weiß ich nicht wohin
das monster das mir angst vorm tage macht
ist stets schon da und grinst mir ins gesicht

bin auf der flucht. doch weiß ich nicht wohin
vor wochen noch lebt ich die illusion
nun ists stets da und grinst mir ins gesicht
nur schwer gewöhn ich mich an dieses grau

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

november in der stadt

die sichtachsen
im herzen der stadt
zugewuchert von
gewächsen aus holz
in latten und platten
genagelte heimeligkeit
die bald schon den ort
fluten wird mit überflüssen
entbehrlicher notwendigkeiten
darüber wacht, zur feier
des eigenen sterbens geputzt,
ein baum, der herzenswärme
hier nicht empfinden kann
so wie auch ich im gemenge
aus licht musik und gerüchen
drängender glühweinseligkeit
die nicht wärmt

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

erster schnee

aus allen wolken fiel der schnee
er ließ die flocken fliegen
und tanzte hoffnungsvoll der schwarm
er hielt sich nicht, noch ists zu warm
ganz kurz nur blieb er liegen

der himmel hellte gar nicht auf
trug grau in allen tönen
der weißen pracht trägt er noch viel
und wenn es kälter werden will
wird weiß die welt er tönen

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

ja aber

doch
es war
ein schöner tag
der himmel klar
die sonne schien
allein ihr fehlt
im licht das warme
dieses feurige gelb
das an wärmendes
flammen erinnert
so erleuchtet sie
am boden das sattgelb
gefallener blätter
verzehrt es bald zu
grauem braun

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haiku No. 371

kalt schneidet die luft
erinnerung an den sommer
verflog blätternd gelb

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