haiku No. 361

im üppigen grün
kitzelt sonne rot aus blass
und wie es mir schmeckt!

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papaver rhoeas oder von der farbe

zartes rot
zu orange neigend
mischt sich ins
gelb der gerstenfelder
welche die ebene
übergießen
zarte wesen
schimmernd besonnte
balanceure auf
rauen stengeldrähten
die gern zu
tiefrotem strahlen
zusammenstehen

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frühsommer

jetzt
sind diese tage
lodernden ginsters
an den bahndämmen
die tage
glühender mohnblüten
in blühender gerste
dort wo kühlblaue
kornblumenköpfe
die margariten vor
dem entzünden schützen
diese tage sind
jetzt

in mir
ein glutnest
bereit für ein
aufflammen
jetzt

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episode #frapalywo No. 7

unter hölzernem vordach
versteckten wir uns
vor den blitzen
als dann der regen
blasen schlug
blieben wir regungslos sitzen
lau war die luft und der blick
wurde klar
wir hielten uns, bis es vorüber war
heimwärts dann tanzten wir hand
in hand
und barfüßig durch alle pfützen

impuls: „sommerregen“.

alle texte lest ihr hier: #frapalywo tag 7, text 7

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spreewaldwinter [versuch einer werbung] #frapalywo No. 5

zwischen
schmalen streifen
flachbrüstigen landes
menschenverloren
säumen erlenreihen
wasserbänder
hier tanzen des
wassermanns töchter
grauwallend über
ihren spiegelbildern
tun sie es im winter
gefriert ihr atem
in gräsern und bäumen
weiß erstarrt schimmert
die welt in der stille
zuweilen nur klirrt
ein frost im kristall
und dann bin ich
einen moment bereit
an märchen zu glauben

impuls: „raureif“.

alle texte lest ihr hier: #frapalywo tag 5, text 5

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