haiku No. 374

der mond macht sich dünn
verliert sich wie das erste
blatt des kalenders

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

zeichen

heute war es dass am wege
ich sah hellgrünzarte spitzen
aus schwerer dunkler krume blitzen

fast schien es als ob die zwerge
in den winterhimmel droben
drohend winzge schwerter hoben

vielleicht war es auch ganz anders
und der ferne lenz schickt grüße
dass er sich bald sehen ließe

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

spaziergang

eine stunde
durch den frost
den wolken
hinterher atmen
beim passieren
nackter bäume
stakelnder wiesen
gefrorener wasser
gewärmt im
gespräch

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

frost

der stadt wuchs heut ein kaltes fell
frost zwickte in die ohren
des morgens nebliges flanell
verdrängte sonne später hell
doch blieb der tag gefroren

der nebel klöppelte ganz leis
mir spitze an die scheiben
die wegrandpfützen trugen eis
die welt ward puderzuckrig weiß
so kann der winter bleiben

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

am wegrand

den
zweigen schwellen
sonnenbekitzelt
schon die künder
kommender tage
drinnen ganz
zart gefaltet
wartet grün
auf seine
zeit

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.