gedanken am nachmittag

so gern möchte ich einmal mit den wolken reisen
ich sehe sie im lichten blau des himmels ziehen
was sie wohl sehen von oben, dass sie ständig fliehen
so weit über den rotmilanen, die dort jagend kreisen

ich wüsste doch so gern, ob ich die lerche hörte
dieweil von oben schaute ich auf sie herunter
ich wär gern schwerelos und fragte mich mitunter
ob der verlust des standpunkts mich wohl störte

so lass ich nun meine gedanken immer weiter wandern
ich liege rücklings mit geschlossenen augen auf der wiese
und ich verspüre deutlich im kontakt die erdenschwere

und wenn mir jemand spräche auch vom paradiese
beharrte ich darauf, dass ich sehr gern hier wäre
dies ist der beste ort. ich kenne keinen andern

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entdeckungen #frapalymo No. 24

wohin ihr
auch reistet
ich folgte euch
in eurer neugier auf
die unbekannte welt
fror auf eisschollen
schleppte mich durch
endlose sande und
tropfnasse wälder
jappte nach atembaren
in der todeszone
durstete in den flauten
der rossbreiten
hungerte im
südlichen shelfeis
wen ihr auch traft
ich traf ihn auch
und ich hoffte es werde
nicht alles bekannt sein
wenn ich mal groß bin
die neugier wurde nie satt
heut freut sie sich
auch am kleinen

impuls: „ehrt euren kindheitshelden, eure kindheitsheldin“

alle texte lest ihr hier: #frapalymo 24nov18: hey

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wie? #frapalymo No. 7.1

wie
wissen sie
wann es zeit wird
sich aufzuschwingen
wie
wissen sie
wann es nicht mehr
genügen wird
für ihr leben
wie
wissen sie
wann es richtig ist
das nest zu mulden
für ein neues

tausend
stimmen in mir
und
ein flügel
schlag

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gedankengänge #frapalymo No. 2

gekeimt
und gesprossen
in reife geerntet
gehechelt
und versponnen
aufgerollt
und abgewickelt
(sichtbar
zuweilen der
rote faden)
verschlungen
und verdreht
verknotet gar
verfilzt
und zersplissen
durchsetzt mit
fremden fasern
und manchmal
das richtige ende
unauffindbar

impuls: gespinst (by @reticulum)

alle texte lest ihr hier: i#frapalymo 2nov17: nebel rücken

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vom abendhimmel

am abend trug der himmel erstmals wieder winter
du kennst doch dieses farbenspiel, das ich beschreibe?
ich schaute lange hoch zu seinen grauen wolken
nein, keine angst, kein schnee verbirgt sich jetzt dahinter

dieser gewisse farbenschlag ins kühl jedoch gemahnte
mich ziemlich stark an frost und dunkelheit und schnee
so rieb ich fröstelnd mir sogleich die beiden hände
war es schon ein dezemberhauch, den ich gerade ahnte?

zuhause angekommen holte ich sogleich die kerzen
ich setzte wasser auf den herd für starken tee
gestrickte socken ringeln sich an meinen füßen

auf echten winter freue ich mich ganz von herzen
wenn sonne gleißt über ein land ganz unter schnee
dann kann ich auch die eisgen tage sehr genießen

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