haiku No. 377

ach silberner mond
da du wachst hoch über mir
wird mein schlaf traumhaft

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licht

hast du gemerkt | wie es sich
wandelt | farben fließen ein |
greifen räume die grau
überwinterten | sprengen risse
in innenwesen | führen
schneckenhausgedanken
gassi

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crescendo

draußen
lass den sturm
mit seinem serpent
den generalbass proben
das warme furnier
deiner zargen
vibriert deinen
herzschlag uns
zum takt der
sanftmolligen melodie
zupf du mir meine
saiten streich mich
bis wir uns verlieren
im dur des jubilo

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vorbote des sommers

mein erster mohn des jahres
verblühte nicht im felde
er stand in einer vase
in meiner warmen stube

verblühte nicht im felde
am ende dieses winters
in meiner warmen stube
hisste er seine segel

am ende dieses winters
gestützt von starken zweigen
hisste er seine segel
aus feurig roten blättern

gestützt von starken zweigen
stand er in einer vase
aus feurig roten blättern
mein erster mohn des jahres

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suche

mein blick
äugelt durchs
vorjährige gras
barfuß fröstelnd
auf der suche nach
zeichen dass
es sich bald
ändern wird

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