gedanken beim betrachten der kirschzweige

aufbrechen
möchte ich die
raue harte haut die
das blühen birgt
wie die zweige
im glas auf
meinem tisch
aufbrechen
möchte ich
in neue tage
die einsamkeit
abstreifend wie
schlangenhaut
auf dem weg zum
neuen leben

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

grauer sonntag

feucht
lastet der tag
mit grauem filz
die sonne abgeschirmt
trägheit befällt die
vorstadtstraßen wo ein
lichter gedanke
zu entkommen
sucht

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

abendstunde

auf
das grau des tages
legt sich das
schwarz der nacht
wohl dem der
farben in sich trägt
er kann sich daraus
träume schaffen

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

neumond

die nacht ist da, des mondes stunde
schau nur hinauf. du siehst ihn nicht?
er dreht schon längst dort seine runde
nur fällt auf ihn heute kein licht

wie oft wurden der mond, die sonne
besungen als ungleiches paar
wandelnd auf getrennten pfaden
weil ihre liebe schwierig war

ich mag es sehr dass alle stunden
einer von ihnen oben wacht
und beiden fühl ich mich verbunden
am lichten tag, in dunkler nacht

und wenn der mond für uns nicht sichtbar
weiß ich ihn doch am himmel gehn
dass ihn nicht traf der sonne licht, war
weil wir zwischen ihnen stehn

so geht der mond heut seine runde
ganz unbestrahlt, incognito
zwei wochen warte. bis die stunde
schon kommt des mondes große show

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

fahrt

I

da war nur
der eine platz
hinten
im bus
den blick
rückwärts
lenkend
da war nur
dieser eine

II

sie schaute
hinaus
was sie sah
war was sie
zurückließ
schrumpfend
immer mehr
mit der fahrt
bis es so
winzig war
dass sie seine
bedeutung
vergaß

III

als es dann
leerer wurde
nahm sie vorn
neuen platz
sie würde sich
nun nicht mehr
umdrehen sie
erwartete
anzukommen im
neuen

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.