fragen

was
sähest du
begegneten
wir uns?
worüber
redeten wir?
was störte dich
und was berührte?
woran erinnetest
du dich nach
unserem treffen?
und wolltest du
es wiederholen?
das gesicht
mustert meines
ernsten blickes
und verschwindet
ohne eine antwort
als ich mich vom
spiegel abwende

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abend

das
spärliche sonnengold
des tages versickerte
im horizont
die wolken vergrauten
und dunkeln den abend
an den rand eines
viel zu spät
morpheus sucht den
richtigen namen an
den klingelschildern
ich warte noch

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erdung

mit dir
sitzen im
zwielicht des
schrumpfenden tages
gelehnt an einander
berührung im
unendlichen
schweigend
stunden
lang

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haiku No. 408

der milde regen rauscht
wie klar der amsel gesang
nun dem laub entschlüpft

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nachtwach

das dunkel
für den blick
undurchdringlich
wie der schwarze tann
aus den märchen
der kindheit
hocken im ungewiss
wünschend sich an
hundert andere orte
still erstarrt
lauschend einzig dem
unheimlichen knacken
schleichender gedanken
im unterholz

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