abschluss #lyrimo no. 13

knisternd
schwärzt die flamme
erinnerungen
krümmt sie
zerfrisst
worte die einst
wichtig schienen
verdunkelt dieses
fotolächeln bis
zum erlöschen
verkohlt bedeutung
von der flamme ein
letztes mal angehoben
zum kurzen höhenflug
sie schaut ins feuer
erinnert purpurne
sommerabende die
längst klein wurden
verloren in der zeit
wird schauen bis
die glut verlischt
diese gabe sich
zu wärmen während
ihr leben einen
neuen weg findet

impuls: „Schnippselgedicht“

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……………………..voller mond……….

wie eine
warmherzige
amme das gesicht
über der wiege neigt
einen beruhigenden singsang
mit den lippen formend | schau
hinauf | so scheint uns der
runde mond | vielleicht
ist es genau das was
mich geborgenheit
fühlen lässt

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début #lyrimo no. 11

reckt sich
und dehnt zum
bogen ihren leib
spürt ihren
herzschlag
als sie die
breiten bänder
flicht um ihre
knöchel fest
beinahe andächtig
spürt ihren
herzschlag als
sie am rand
noch einmal
atmet schon den
takt aufnehmend
strafft sich in
anmut die füße
tragen sie hinaus
wirbeln durch
die klänge
und die welt
gehört jetzt
ganz ihr

impuls: „Medientransfer Musik“

musik: Edvard Grieg, Lyric Pieces, op. 12, Book 1, No. 2 Waltz

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november-elegie

das jahr wird nun schon langsam schal
ganz trüb ist es und abgestanden
zuweilen sucht ein sonnenstrahl
sommererinnerung zu landen

den parkflaneuren ist der hals
von wollstrickboas nun umwunden
geh nur recht zeitig! andernfalls
verpasst du schnell die hellen stunden

der mond schaut so kalt und klirrend
auf uns aus seinem weltenraum
und orion wandert eisig flirrend

des nachts durch meinen wintertraum
schau ich zum fenster morgens hin
ließ dort der frost die blumen blühn

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beschreibung #lyrimo no. 10

am fenster sitzt sie still
ihr blick nach draußen weit
als ob sie ankern will
laut schreit die einsamkeit

ihr blick nach draußen weit
wie ist die welt doch fremd
laut schreit die einsamkeit
das leben abgeklemmt

wie ist die welt doch fremd
alles scheint freudlos lau
das leben abgeklemmt
gefühle tragen grau

alles scheint freudlos lau
die freude macht sich rar
gefühle tragen grau
erinnern wies mal war

die freude macht sich rar
bleierne schwere drückt
erinnern wies mal war
ganz klein, der welt entrückt

bleierne schwere drückt
als ob sie ankern will
ganz klein, der welt entrückt
sitzt sie am fenster still

impuls: „Pantun“

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