mittendrin

als dann
die töne sich
schwangen wie das
segel das der wind
plötzlich trifft
die violinen wogten
in seltsamen wellen
ein horn tönte
und klarinetten
flöten und oboen
riefen wie die
vögel der steilküste
da schloss ich
die augen und
atmete meer

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vor dem konzert

noch
ist es still
schläfrig beinahe
als
ruhten sie
neigen die massigen
leiber der bässe
ihre zierlichen
hälse an die stühle
schweigender pauken
gespannte häute
räkeln sich breit
ein harfenkopf
mustert den raum
der bald sich mit
klängen füllt

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vielleicht war es ja so

da knipste der dunkelnde himmel
nur zwei, drei mal am schalter vom licht
was im lichtschein verstohlen
er dann sah, ließ ihn grollen
denn die staubwelt gefiel ihm nicht

also nahm er den eimer und stellte
ihn unter den fließenden hahn
und er holte inzwischen
denn er wollte feucht wischen
aus der kammer den mop und begann

seinen plan in die tat umzusetzen
und er feudelte eifrig herum
bis er sich kurz versah
das malheur war gleich da
denn der eimer voll wasser fiel um

wie das wasser rasch floh aus dem eimer
und gleich zwischen den wolken verrann!
für uns ist es ein segen
den er fällt heut als regen
der den staub aus der luft waschen kann

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haiku No. 361

im üppigen grün
kitzelt sonne rot aus blass
und wie es mir schmeckt!

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konzert

und
immer wieder
moll
dieses schwere tönen
dunkel oft
trauer tragend
oder sehnsucht
immerhin
immer wieder
moll
kraftvoll und
auch unendlich zart
moll
ich höre stets
ein fünkchen
zuversicht

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