sonne

ihr
abendliches schwinden
schenkt uns diesen
traum von der täglichen
wiederkehr

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oktoberwald

dieser duft
des waldes im herbst
nach feuchter erde
morschem holz
kräftig nach
den fleischigen körpern
der pilze die unter
blätterteppichen und
astwerk im moos
sich zieren vor dem
gefundenwerden
die anderen
die du gleich entdeckst
leuchtend und aufgereckt
die lass stehen
so freuen sich die
augen auch

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abwärts

nach
dem high
hinab strudeln
unglaublich der
fall in tiefen
der schwärze
ein aufprall
nicht spürbar
du weißt dass du
angekommen bist
wenn alle wege
heraus mühsamer
aufstieg sind

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über nacht

über nacht
vergreisten die
linden im hof
wich das sommergrün
aus ihren häuptern
über nacht
trieben träume mich
vom gehen vom abschied
wich letzte sommerwärme
aus meinen gliedern
über nacht
brannte ein kerzenlicht
dass ich die erinnerung
an die wärme der sonne
nicht verliere

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fensterblick, kurz vor sieben

morgen
fließt ein
über den dächern
des quartiers
bändert rosé in
dämmriges weißnochnicht
als löse das rot aus
den schindeln sich
wabert und flockt
bonbonfarben in
der bläulichen milchsee
dem tag entgegen

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