fragen

was
sähest du
begegneten
wir uns?
worüber
redeten wir?
was störte dich
und was berührte?
woran erinnetest
du dich nach
unserem treffen?
und wolltest du
es wiederholen?
das gesicht
mustert meines
ernsten blickes
und verschwindet
ohne eine antwort
als ich mich vom
spiegel abwende

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erdung

mit dir
sitzen im
zwielicht des
schrumpfenden tages
gelehnt an einander
berührung im
unendlichen
schweigend
stunden
lang

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aufräumen

lass uns
die gefühle
schön auf kante
zusammenlegen
in den alten
pappkoffer vom
speicher einmotten
bevor sie völlig
den glanz verlieren
so ganz ungelebt
für ein später das
unseres vielleicht
nicht sein wird

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dreiunddreißig jahre

meinem sohn

nein
da war
kein plan
da war erst
auch zweifel
war ich meiner
doch selbst
nicht sicher
und es war
innehalten
hinein horchen
kennenlernen
und wachsen
gemeinsam
als du dann
deinen eigenen
atem schöpftest
blieb ich die
ich war und
wurde doch mehr
(vorher wusste
ich nichts
von liebe)
wir wachsen
aneinander
wir sind
noch immer auf
dem weg

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zum abend

leg deine hand
auf meinen arm
bring mich heim
zu mir selbst
lass lehnen mich
in dein schweigen
und ruhen in
deinem blick

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