oben

wolkengebilde
überqueren die
schmalen schluchten
der vorstadt
als wir sie zu
deuten versuchten
damals lag alles
noch vor uns
lass uns die köpfe
in den nacken legen
und wieder lesen
in den wolken

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

nach einem gespräch

ob du
dich schuldig
fühlst weil
du nicht sehen kannst
was einer alles für dich
zu tun behauptet
entscheide
wenn du weißt
was es ihm bedeutet
vielleicht weiß
er gar nicht
von dir

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vermutung

vielleicht
dass sich zwei
längst fanden
und sich doch
nicht erkennen
verstellt vom
alltäglichen
oder verschanzt
hinter ängsten
oder weil sie
sich so nahe
kamen dass sie
sich nicht mehr
sehen können

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episode

komm!
sagt er
vertrau mir
reicht eine
hand ihr schutz
zu geben und
stütze

zögernd
schaut sie
fragend
in sich hinein
unklar ob
überhaupt sie
selbst sich
trauen kann

er wartet
bis am ende
er seine hände
in den hosentaschen
birgt suchend
nach gründen
bis/dass er
geht

beide
erinnern
den moment
anders im
lauf der zeiten
er möchte
verzeihen
doch sie fragt
noch immer

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elegie, ende august

blauverwaschen
die dämmerung
verblichen vom
sonnentag ein
fahler westblick
stille drückt
schwül durchs
offene fenster

die kühle ist
traumgebilde
wie erinnerung
besserer zeiten
(und das alles
mit einem
‘vermeintlich’
versehen)

was ich denke
ist nicht relevant
es sei denn
du willst es
verstehen

doch erst muss ich
dich erkennen

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