……………………..voller mond……….

wie eine
warmherzige
amme das gesicht
über der wiege neigt
einen beruhigenden singsang
mit den lippen formend | schau
hinauf | so scheint uns der
runde mond | vielleicht
ist es genau das was
mich geborgenheit
fühlen lässt

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na und? #lyrimo no. 9

verträumt sei sie
sagten die alten
verträumt so
dass sie verkenne
was wichtig sei
verträumt
fragte sie
was ist schlecht daran
sich in träumen ein
wenig zu verlaufen?
mit ihr die phantasie
die dort wuchs wo
die wichtigkeit sie
nicht beschnitt
auf wegen die
die richtigkeit
nicht plante
sich verträumen war
ihr hort und nahrung
sie sei verträumt
sagten die alten
na und?
immerhin hatte sie
noch träume

impuls: „ver- / Ver-„

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 9

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halbmond nach dem regen

in einer pfütze sieht der mond
noch einen, der dort scheinbar wohnt
und glotzt zurück

der sieht genau so aus wie er!
er fragt sich, obs ein zeichen wär
von großem glück

denn wie dem andern fehlt ihm was
der andre hat grad eben das:
das gegenstück

gleiches gesellt sich gern und oft
meint nun der mond gewitzt und hofft
und träumt verzückt

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prozess #lyrimo no. 4

e
ei
ein
eine silbe
zur nächsten
sich gesellend
entsteht ein wort
tröpfelnd sich mehrend
zum wörtersee
und dann kommt einer
sammelt und poliert
und fädelt sie zu worten
zu versen zu einem
gedicht

impuls: „…das Große beginnt im Kleinen“

alle texte lest ihr hier: lyrimo, tag 4

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geisterstunde

da geht was vor im treppenhaus
geräuschvoll trappeln dunkle wesen
und wären längst am ziel gewesen
ginge das licht nicht ständig aus

ein geist stolpert über den saum
seines sehr reichlichen gewandes
ein monster unbekannten standes
verheddert sich im purzelbaum

die klingel schnellt, die tür geht auf
frau lehmann reicht mit vollen händen
das süße, saures abzuwenden
der geisterzug steigt weiter rauf

die alte treppe knarzt und ächzt
dann klingelts auch schon unter mir
bei hartmanns öffnet sich die tür
dort gibts wonach ein kind so lechzt

ich wohne oben unterm dach
dahin war wohl der weg zu weit
vielleicht blieb auch nur keine zeit
nach unten zieht der geister krach

wie es wende und auch dreh
bin von den geistern ich verlassen
ich kann es immer noch nicht fassen
und nasche noch ein praliné

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