traum

heute nacht träumte ich von einem lächeln
als ich es traf war es ziemlich allein
losgelöst war es von jeder person
und es lud mich zum mitlächeln ein

ich fand die idee ganz entzückend
und so freute ich mich, lächelte mit
doch nach kurzer zeit merkte ich schmerzlich
wie mein lächeln mir langsam entglitt

nun im traum sah ich einsame lächeln
ihre menschen fehlten ihnen doch
und im spiegel sah ich wo mein lächeln einst war
ein nichts sagendes riesiges loch.

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[gli tsæ] #frapalymo No.25 (versuch)

meine tasse
mir ent/
glitt zer/
schellte laut
am grund
der kaffee
plötzlich der
freiheit gewahr
die er nicht
erwartete
kühlte sein
mütchen auf
kalten fliesen
die träne aus
dem augenwinkel
glitt zer/
floss auf der
wange

impuls: “doppelimpuls, teil 2: glitzer”

alle texte lest ihr hier: #frapalymo 25nov17: glitzer

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dämonen #frapalymo No. 19

tod
der dich die hellen tage
im leben nicht als wohl
denn fühlen lässt
sein
leben bedroht
atmen wie sterben
wiegt

du
ein von not
vor dunkelen gedanken
in den untergang
des lebens fliehend wesen
nacht sieht tod
mit anderen augen
liebt und lässt
dich frei

impuls: „schreibt mithilfe des automatengedichtautomaten ein automatengedicht“.

meine Vorlage war die 15. ghasele aus rumis diwan

alle texte lest ihr hier: #frapalymo 19nov17: ist kein über

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essenz #frapalymo No. 10.1

abend
kein flügel
zu meinen füßen
hemmte der berg
ew’ges licht
die nacht
jedem eingeboren

impuls: „schreibt ein erasure/blackout gedicht zu goethes abendsonne“

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blick #frapalymo No. 10

Betrachtet, wie in AbendsonneGlut

Die grünumgebenen Hütten schimmern!
Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
O ! daß kein Flügel mich vom Boden hebt,
Ihr nach und immer nach zu streben!
Ich säh’ im ew’gen Abendstrahl
Die stille Welt zu meinen Füßen,
Entzündet alle Höhn, beruhigt jedes Tal,
Den Silberbach in goldene Ströme fließen.
Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf
Der wilde Berg mit allen seinen Schluchten;
Schon tut das Meer sich mit erwärmten Buchten
Vor den erstaunten Augen auf.
Doch scheint die Göttin endlich wegzusinken;
Allein der neue Trieb erwacht,
Ich eile fort, ihr ew’ges Licht zu trinken,
Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht,
Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
Ein schöner Traum, indessen sie entweicht!
Ach, zu des Geistes Flügeln wird so leicht
Kein körperlicher Flügel sich gesellen.
Doch ist es jedem eingeboren,
Daß sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
Ihr schmetternd Lied die Lerche singt,
Wenn über schroffen Fichtenhöhen
Der Adler ausgebreitet schwebt
Und über Flächen, über Seen
Der Kranich nach der Heimat strebt.

(nach Johann Wolfgang von Goethe)

 

impuls: „schreibt ein erasure/blackout gedicht zu goethes abendsonne“

alle texte lest ihr hier: #frapalymo 10nov17: sacht

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