crescendo

draußen
lass den sturm
mit seinem serpent
den generalbass proben
das warme furnier
deiner zargen
vibriert deinen
herzschlag uns
zum takt der
sanftmolligen melodie
zupf du mir meine
saiten streich mich
bis wir uns verlieren
im dur des jubilo

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

notenblatt

fünf linien
fein gezogen
dazwischen
schwingend
gleitend
springend
schreitend
schwellend
schwindend
quellend
sich windend
steigend und
fallend
eine welt
fünf linien
das gefäß für
die töne dieses
besonderen
universums

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

schau

schau
schau nicht
schau doch
schau doch nicht
schau doch nicht so
als wüsstest du
bereits von allem
schau doch
als wolltest du
entdecken
schau nur
du wirst
sehen

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

das ist unfair

der abend dunkelt längst
ich schaue hoch und wunder
mich sehr. der mond hält hof
und wird allnächtlich runder

was wächst unter der haut
dem nächtlichen begleiter?
ich las vom mondkalb einst
hilft mir das vielleicht weiter?

es ist auch zu vertrackt
erst wird er rund und blank
und eh du dich versiehst
dann hungert er sich schlank

ich schaff das freilich nie
was ich auch immer tu
mit essen werd ich dick
ohne nehm ich nicht zu

da bleibt die frage nur
wie werd ich wieder schmal?
der mond hält hof und schweigt
mir scheint, er schmunzelt fahl

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

fragen (mit wo~ beginnend)

woran
erinnern an
glücksmomente
wie kois aus der
tiefe des teiches
tauchten sie aus
der dunkelheit
hungrig

worüber
nachdenken über
das wegenetz des
lebens das ohne
plan zu beschreiten
den irrtum birgt
auch den sturz

wonach
sehnen nach
geebneten pfaden
an deren ende
ein großer frieden
wartet (und ein
kleiner für jeden)

womit
ausschreiten mit
dem mut der von den
möglichkeiten weiß
(von den irrtümern auch)
und der straucheln
aushält

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.