vollmond

gießt silber
in die nacht
flutest gedanken
an wesende nach
fühlend tief
die zeiten die
der fluss trägt
weiter

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gründonnerstagsreim

die tage werden wieder länger
grünes schwemmt wieder die natur
die hüllen werden knapper, enger
die haut trägt man gern wieder pur

vom höchsten giebel tönen lieder
melodisch, glockenhell und weich
amsel im schwarzen glanzgefieder
sie deutet uns ihr königreich

und früh am morgen kannst du wetten
welcher der vögel heut beginnt
wenn wir noch wohlig in den betten
fink, amsel, meise – wer gewinnt?

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einen strauch setzend gedacht

hab
dich gepflanzt
wie eine hoffnung
hab deine wurzeln
in der krume
geborgen wie
im grunde meines
lebens
will dich nähren
will schauen nach
dir wie nach einem
fingerzeig
und nun wachse
und wenn die
zeit reif
blühe auf

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april

der april hat sich besonnen
endlich nach einem gerücht
das sein wechselspiel verspricht
heute nun damit begonnen

april, april , verhielt sich
bisher still

lange dämmerte der morgen
aus den wolken weißes schweben
das im sonnenschein soeben
in wassertropfen flugs zerronnen

april, april,
aus allen knospen quill!

kalter wind schneidet die häute
hinter fenstern kann ich träumen
wie in frischergrünten bäumen
vogelsingen mich erfreute

april, april,
weiß gar nicht, was er will

wieder quillt die wolkenwolle
dunkelt mir die mittagsstunde
der april gibt davon kunde
dass er launisch bleiben wolle

april, april,
macht doch wohl, was er will

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ankunft

zu weich
voran zu kommen
durchgescheuert
im kriechgang
bleibt am ende
vom zahnfleisch
der schmerz

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