hyazinthen

durbrachen
die krume
zart und leicht
strebend zu
licht und atem
aufwärts pumpen
kraft und farbe
sammeln sich bis
zum aufbruch in
schönheit

alles das in
diesem liter erde
auf meinem tisch
diese stringenz
diese kraft
dieses wissen wann
lässt mich staunen
träumen auch
zuweilen

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vom tage

wort
für wort
kroch die schlange
wachsend zu sätzen
zu texten durch
den tag
barst schließlich
in schierer bedeutung
was blieb war die
leere einer
verlassenen
haut

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kreislauf

als das wort ging
blieb nur schwere
als er fortging
wuchs die leere

und sie weinte
hob die hände
denn sie meinte
es wär das ende

konnt nur bangen
fühlt sich müde
erst nach langem
kam der friede

trauen wollt sie
lang sich nicht
mühsam nur wuchs
zuversicht

fort irgendwann
trauer und zorn
beim nächsten dann
alles von vorn

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vom wind

rauer geselle
tobt durch die
häusercanyons
zaust was beweglich
und streift das feste
treibt wolkenkolonnen
voran unerbittlich
dem tropfenfall
schräge verleihend

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wirklichkeit und ideal

wie der winter graubehangen
aus den tiefen himmeln tropft
hör nur wie sein kalter knöchel
hart an unser fenster klopft

weiter südwärts ist es anders
weiß wird dort die welt verhüllt
legt stille schwer sich auf die erde
radiert konturen aus dem bild

ja der schnee gehört zum winter
doch zuviel sollt es nicht sein
ein feiner teppich allerorten
bei leichtem frost und sonnenschein

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