halbmond nach dem regen

in einer pfütze sieht der mond
noch einen, der dort scheinbar wohnt
und glotzt zurück

der sieht genau so aus wie er!
er fragt sich, obs ein zeichen wär
von großem glück

denn wie dem andern fehlt ihm was
der andre hat grad eben das:
das gegenstück

gleiches gesellt sich gern und oft
meint nun der mond gewitzt und hofft
und träumt verzückt

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abendghasel

längst ging die sonne schon nach haus
der mond watet im wolkensee

er sieht noch etwas mager aus
und kickt mit seinem rechten zeh

schwungvoll und ernsthaft gut gelaunt
die wolkenwatte fast wie schnee

betrachtet dabei sehr erstaunt
mein schmunzeln, als ich ihn anseh

wir zwinkern beide einvernehmlich
proste ihm zu mit meinem tee

huldvoll nickt er zurück, weil nämlich
er weiß, dass ich nun schlafen geh

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abendhimmel

über mir
ein gaukler
scheinbar tanzend
der grat schmal
so leicht wirkt er
selbst wenn er
täglich mehr
zeigt von sich
schimmernd abend
für abend
in neuer gestalt
und manchmal
macht er sich
rar

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schlafen

bleiern
hängt die
müdigkeit an mir
fällt meinen blick
zieht mich hinab
erbarmungslos
als erfüllte sich
nun der fluch der
dreizehnten fee

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vom himmel

beim jupiter!
schau nur hin
will der saturn
auch sein
im abstand
blass geradezu
wirkt er
vielleicht
trägt er zu schwer
an seinen
ringen

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