riquet-haus

durch
schallvorhänge von
worten und besteck
auf porzellan
ab und zu
belcanto
unter dunklen balken
in deren schwere
die schnitzereien
beinahe zierlich
sich gerieren
schwebt licht
in art déco
in allen düften
von kaffee
ab und zu
ein belcanto
an der außenwand
die elefanten
wächter des hauses
schauen ungerührt
auf das hektische
treiben der stadt
drinnen ab und zu
ein belcanto

riquet-haus

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

hochsommer [nachmittags]

die welt im gleißenden licht
luft voll tropischer schwüle
ein windhauch (schwitzt der denn nicht?)
nur illusion von kühle

luft voll tropischer schwüle
die schatten sind längst schon rar
nur illusion von kühle
was ein kumuluswölkchen gebar

die schatten sind längst schon rar
geschlossen die fenster am haus
was ein kumuluswölkchen gebar
flieht aus dem sichtfeld hinaus

geschlossen die fenster am haus
ein windhauch (schwitzt der denn nicht?)
flieht aus dem sichtfeld hinaus
die welt im gleißenden licht

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

kapellenberg #frapalymo No. 8

in der
weiten ebene
ist da wenig
markantes
dieser fels
darauf thronend die
doppelkapelle
inmitten der
geduckten häuser
geschart wie
küken um die
alte glucke
ist mir wegmarke
fahre ich
von norden
nach haus
längst schwillt
das leben über
die stadtufer in
den allerwelts
kleidern der
neuen zeiten
dieser bau auf
dem brocken porphyr
blinzelt noch
nicht einmal
fahre ich
vorbei

impuls: „sucht euch einen namen eines autobahnparkplatzes aus und dichtet dazu“.

ich habe mir den kapellenberg von landsberg/sachsen-anhalt an der a9 gewählt, den ich schon so oft passierte (und natürlich auch schon besuchte). mehr infos gibt es u.a. hier: Doppelkapelle Landsberg

alle texte lest ihr hier: #frapalymo 8nov17: ’s herbstlesezeit

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

übersicht [stadt]

in der
draufsicht
erschreckt nicht
die erdrückende enge
die die weitsucht
am grund oft
beschneidet
in der
draufsicht
erschrecken mich
die fülle
die fremdheit
unbegangener
areale in ihren
ausdehnungen

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© 2016, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

riquet-haus

ebenhölzerne
deckenbalken
wie in den
bauten javas
gesehen über
rattangeflochtenen
wänden im warmen
schein messingener
lüster rüsseln
elefanten aus
dem goldglanz
über dem
stimmengemurmel
schwebt leise
eine arie in alt
während die
dunkle schokolade
heiß süffig
in mir sich
versenkt sättigen
die augen sich
am artdeco
später zurück
blickend zwinkere
ich den elefanten
an der fassade
lächelnd zu

[riquet-haus in leipzig: ehemaliges haus eies kolonialwarenhändlers, außen an den beiden elefantenköpfen und dem an eine Pagode erinnernden Türmchen erkennbar, beherberg heute ein café]

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