januarblues

zu grauen teppichen geronnen
wo es einst so herrlich bunt war
des verflossnen herbstes laub fiel
lang schon unter grauen himmeln

wo es einst so herrlich bunt war
frieren unbelaubte bäume
lang schon unter grauen himmeln
fingern stochernd nach der sonne

frieren unbelaubte bäume
schnee fehlt ihren dürren zweigen
fingern stochernd nach der sonne
da ist nichts die welt zu hellen

schnee fehlt ihren dürren zweigen
des verflossnen herbstes laub fiel
da ist nichts die welt zu hellen
zu grauen teppichen geronnen

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

dem ende zu

diesem dezember wachsen graue haare
geht ihm doch die kraft nun langsam aus
so endet dieses wie stets alle jahre
man hält jetzt rückschau oder blickt voraus

geht ihm doch die kraft nun langsam aus
bleiben immerhin noch ein paar stille tage
man hält rückschau oder blickt voraus
ein neubeginn harrt unser ohne frage

bleiben immerhin noch ein paar stille tage
manch einer kann es nur ganz schwer ertragen
ein neubeginn harrt unser ohne frage
bald wird man böller in den himmel jagen

manch einer kann es nur ganz schwer ertragen
so endet dieses wie stets alle jahre
bald wird man böller in den himmel jagen
diesem dezember wachsen graue haare

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

verweigerung

diese tage da sie gern verschwände
so gern verbrächte sie allein die zeit
verfolgt von grellbuntem geblende
laut angeschrien von besinnlichkeit

so gern verbrächte sie allein die zeit
nicht allerorts genötigt zu konsum
laut angeschrien von besinnlichkeit
sie flieht die anderen, wird stumm

nicht allerorts genötigt zu konsum
was gibt es denn was sie entbehrte
sie flieht die anderen, wird stumm
sie wünscht dass stille wiederkehrte

was gibt es denn was sie entbehrte
verfolgt von grellbuntem geblende
sie wünscht dass stille wiederkehrte
in diesen tagen da sie gern verschwände

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

etikettier-rausch

der herbst markiert die welt
als wärs sein gut und hab
alles was abgestellt
bekommt ein label ab

als wärs sein gut und hab
was nicht im haus, ist sein
bekommt ein label ab
und sei es nur ein stein

was nicht im haus, ist sein
die wiese und der teich
und sei es nur ein stein
er labelt alle gleich

die wiese und der teich
das auto unterm baum
er labelt alle gleich
herbstetikettentraum

das auto unterm baum
alles was abgestellt
herbstetikettentraum
der herbst markiert die welt

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

beschreibung #lyrimo no. 10

am fenster sitzt sie still
ihr blick nach draußen weit
als ob sie ankern will
laut schreit die einsamkeit

ihr blick nach draußen weit
wie ist die welt doch fremd
laut schreit die einsamkeit
das leben abgeklemmt

wie ist die welt doch fremd
alles scheint freudlos lau
das leben abgeklemmt
gefühle tragen grau

alles scheint freudlos lau
die freude macht sich rar
gefühle tragen grau
erinnern wies mal war

die freude macht sich rar
bleierne schwere drückt
erinnern wies mal war
ganz klein, der welt entrückt

bleierne schwere drückt
als ob sie ankern will
ganz klein, der welt entrückt
sitzt sie am fenster still

impuls: „Pantun“

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