unfall

fand beim kramen
deine briefe
las ein wenig
wie in den märchen
der altvorderen
schnitt mich
beim zusammenlegen
des blattes
verlor zwei drei
tropfen herzblutes
so lange also
wirkt es noch
nach

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aufbruch

und dann
ging ich fort
sah mich nicht um
fuhr aus meiner
alten haut aus
erwartungen
und pflichten
welche die meinen
nicht waren
verließ die
vergitterten orte
die erhobenen
zeigefinger die
verletzenden worte
nun suche ich
nach meinem platz
der mich sein lässt
nun suche ich
nach mir

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erinnern

den takt der uhr
nicht bestimmen lassen
eigene zeiten finden
liegend im gras
wolken deuten
zu lieblingstieren
schneckenwegen folgen
ewigkeiten lang
hirtentäschel kauend
regenwürmer retten
dinge sehen
ein erstes mal
immer wieder
raritäten in den tagen
welche die leute
die erwachsenen
nennen

“selten”

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ferien-pantun

nackte füße im nass
die nase im wind
still sitzend im gras
wie früher als kind

die nase im wind
sonne kitzelt die haut
wie früher als kind
nach libellen geschaut

sonne kitzelt die haut
wellen glucksen ans land
nach libellen geschaut
nach den muscheln im sand

wellen glucksen ans land
ach wie gern lauschte ich
und die muscheln im sand
wie verzaubert war ich

ach wie gern lauschte ich
still sitzend im sras
wie verzaubert war ich
mit den füßen im nass

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altes

so eine nacht wie die einst war
ganz zärtlich lau und weich
wir saßen still im kühlen gras
am alten mühlenteich
des himmels schwärze war geschmückt
mit einem halben mond
beim silberlicht fragten wir uns
wer wohl dort oben wohnt
wir träumten dass wir zu ihm flögen
in einer fernen zeit
wir dachten stets in ewigkeiten
auch unsre zweisamkeit
dass ewigkeiten so schnell enden
haben wir nicht gedacht
heute erinnere ich mich
in dieser lauen nacht

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