nach der premiere

verlassene
stühle dösen
wieder im dunkel
zurück gebliebenes
belegt die bühne
mit erinnern
der letzte spot
schneidet einen
spalt ins schwarz
drin träumen stäubchen
tanzend von der
großen karriere
vor den türen
feiert das glück

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generalprobe

jeder kennt
seinen platz
und der plan
hat untiefen
der text ist klar
und worte sperren
sich noch immer
schuhe drücken
eine hose rutscht
da soll noch ein
spot hin der doch
keinen schein wirft
und wann überhaupt
wird der letzte nerv
verloren gehen?
müde körper
müde augen
sehen spätabends
nur schwer noch
die kleine gewissheit
im ganzen wird
es gut

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käthe

sahst im stein
was versteinert
auch war in den
menschen abweisend
des elends noch mehr
in scharfen grenzen
schatten geworfen
vom allzugrellen
in die selten
erhellte welt
harte linien die
in weichen zügen
striemen ließen
in deinen zeichnungen
wie auch dir
geschah

insp. von den akteuren von “erweiterte zugeständnisse””, an deren Projekt zu Käthe Kollwitz ich mitwirken darf

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mittendrin

als dann
die töne sich
schwangen wie das
segel das der wind
plötzlich trifft
die violinen wogten
in seltsamen wellen
ein horn tönte
und klarinetten
flöten und oboen
riefen wie die
vögel der steilküste
da schloss ich
die augen und
atmete meer

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vor dem konzert

noch
ist es still
schläfrig beinahe
als
ruhten sie
neigen die massigen
leiber der bässe
ihre zierlichen
hälse an die stühle
schweigender pauken
gespannte häute
räkeln sich breit
ein harfenkopf
mustert den raum
der bald sich mit
klängen füllt

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