haiku No. 373

mondlicht am himmel
künder von eisiger nacht
und von der sonne

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

kreislauf

als das wort ging
blieb nur schwere
als er fortging
wuchs die leere

und sie weinte
hob die hände
denn sie meinte
es wär das ende

konnt nur bangen
fühlt sich müde
erst nach langem
kam der friede

trauen wollt sie
lang sich nicht
mühsam nur wuchs
zuversicht

fort irgendwann
trauer und zorn
beim nächsten dann
alles von vorn

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wirklichkeit und ideal

wie der winter graubehangen
aus den tiefen himmeln tropft
hör nur wie sein kalter knöchel
hart an unser fenster klopft

weiter südwärts ist es anders
weiß wird dort die welt verhüllt
legt stille schwer sich auf die erde
radiert konturen aus dem bild

ja der schnee gehört zum winter
doch zuviel sollt es nicht sein
ein feiner teppich allerorten
bei leichtem frost und sonnenschein

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fast wie winter

heute fiel endlich schnee
doch es war viel zu warm
wie ganz leicht er doch schwebte
dann am grund schnell verklebte
ganz am ende dann wuchs
auf der straße ein see

ach wie wäre es schön
deckte ein sich die welt
wärn die kratzer, die schrunden
eine zeit lang verschwunden
und im sonnigen frost
knirscht es leise beim gehn

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zwischenbericht

draußen ward es wieder dunkel
im hof die linden zittern kahl
grau verstellt der blick ins all
ich ahne nur das sterngefunkel

das jahr hat grade erst begonnen
was es uns bringt, scheint noch nicht klar
bedenk ich, wie das alte war
scheint meine zuversicht verronnen

was soll ich wünschen, was erhoffen
was kann ich selber tun dabei?
hör ich der außenwelt geschrei
ist wohl der ausgang völlig offen

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