neumond

die nacht ist da, des mondes stunde
schau nur hinauf. du siehst ihn nicht?
er dreht schon längst dort seine runde
nur fällt auf ihn heute kein licht

wie oft wurden der mond, die sonne
besungen als ungleiches paar
wandelnd auf getrennten pfaden
weil ihre liebe schwierig war

ich mag es sehr dass alle stunden
einer von ihnen oben wacht
und beiden fühl ich mich verbunden
am lichten tag, in dunkler nacht

und wenn der mond für uns nicht sichtbar
weiß ich ihn doch am himmel gehn
dass ihn nicht traf der sonne licht, war
weil wir zwischen ihnen stehn

so geht der mond heut seine runde
ganz unbestrahlt, incognito
zwei wochen warte. bis die stunde
schon kommt des mondes große show

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

haiku No. 391

wie der mond schwindet
im kaltschwarz der winternacht
bald traumaufgelöst

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abendelfchen

schau
nach oben
im tiefen schwarz
funkelnd vibrieren die sterne
wintermagie

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schneckschreck

ein schneck wurd wach
in seinem haus
fühlerte raus
denn da war krach

ein amselhahn
machte krawall
mit starkem hall
der schneck sodann

war irritiert:
sollts lenz schon sein?
ich schlief so fein
hab nichts gespürt…

er dachte nach
wenn ich ihn fragt
der kalender sagt
sah hin. und ach

es war noch zeit
der winter da
wenn auch nicht weiß
der lenz war weit

entfernt. und nun
verzog der schneck
ins letzte eck
sich um zu ruhn

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haiku No. 390

als die sonne schien
erhellender augenblick
die welt lächelte

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