kastanie

wie schön sie doch glänzte
als jüngst ich sie fand
in der schale klaffte ein spalt
rötlichbraun und ganz wächsern
drang ans licht sie heraus
da war es noch nicht so kalt

ich nahm sie mit heim
legte sie auf den tisch
am herbstlichen gruß mich zu freuen
legte später noch anderes
mit zu ihr hin
so blieb sie nicht lange allein

nun wurde es kalt
und der himmel trägt grau
draußen weht schon ein eisiger wind
sie verlor ihren glanz
wie der herbst nunmehr auch
weil sie doch unzertrennliche sind

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unentschieden

und da sitzen sie nun, und sie starren
sehr bemüht an einander vorbei
schon sehr lang haben sie sich vergessen
und so sitzen sie nur und verharren

das war früher doch anders gewesen
jeder augenblick zauberte glanz
jedes haut-an-haut wärmte sie beide
ließ die welt um sie ganz schnell vergessen

ganz unmerklich, im laufe der zeiten
liebten sie sich allmählich entzwei
und der liebe glanz ist stumpf geworden
in den rauen alltäglichkeiten

und nun sitzen sie, könnens nicht fassen
dass der blick auf den anderen leer
und sie denken daran sich zu trennen
jetzt, bevor sie beginnen zu hassen

so als hätte die zeit angehalten
zieht ein jeder für sich noch bilanz
vorm alleinsein die angst fälscht die rechnung
und so bleibt schließlich alles beim alten…

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elfchen

ein
rempler genügt
und das mühevolle
tarieren des gleichgewichts ist
geschichte

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Kuss

Deine Lippen berühren sanft die meinen.
Die Zunge geht forscher ans Werk.

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Uaaaahh!

Wenn der Tiger laut brüllt
geht die Angst laufen.

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