weiter gedacht

wo es noch grade nackt und frisch
blüht heute schon der flieder
wo kalter wind um häuser strich
klingen der amseln lieder

zwei hummeln torkeln durch die luft
haben sich fast getroffen
vom überreichen blütenduft
sind sie wohl ganz besoffen

auch ich will meine nase dann
in blütenfülle neigen
ein stück zu weit! ich stoße an –
nun schneit es von den zweigen

der weiß-blassrosa blütenschnee
löst sich schon von den bäumen
und während ich ihn fallen seh
kann ich von früchten träumen

wenn im oktober dann die reifen
früchte mit süße locken
träume ich von den hummelstreifen
und baumblütenschneeflocken

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

april.reim

die vögel singen morgens wieder
die müden schläfer aus den träumen
in weißrosabeschneiten bäumen
ein quodlibet der frühlingslieder

die linden weben blätterspitzen
an jedem tag ein wenig dichter
auf wellen tanzen sonnenlichter
das stadtvolk will nun draußen sitzen

die welt riecht anders. ihre düfte
von blüten reich und sanften regen
durchdringen geist und sinne, legen
ein lächeln in die linden lüfte

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vom abendwetter

als
feierte die nacht
ein fest
mit
lauten drums und
stroboskop
die
luft ist lau und
neblig weich
und
kommt ein ende
dann der show
treibt
müder wind die
wolken fort
der
himmel glänzt von
sternen reich

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

kurz bemerkt

morgens, sehr früh
die amsel singt

es ist noch frisch
der kaffe bringt

mir warmes wach
ein wenig stinkt

mir der verkehr
am himmel blinkt

noch blass der mond
ein mädchen winkt

dem bus nach, der
bei abfahrt blinkt

aufs smartphone dann
ihr fokus sinkt

verstöpselts ohr
drein musik dringt

tut mir doch leid
weiß nicht wies klingt

wenn auf dem dach
die amsel singt

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

abendreim

am späten abend bin ich
endlich auf dem weg nach haus
im himmel klafft ein rundes loch
und silber fließt hinaus
der mond hat es hinein gesägt
er will ja nichts verpassen
will mich auf meinem dunklen weg
nicht so alleine lassen
und gut begleitet kehr ich heim
wir zwinkern uns noch zu
er schaut nach anderen nun aus
ich lege mich zur ruh
denke noch einmal still an ihn
wie er dort oben wacht
dann gleite ich sanft in den traum
euch wünsche ich gute nacht

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.