was unter “vermischtes” steht #frapalymo No. 16

man sprach von diesem lande fern
wo die prinzessin ganz modern
wollt nicht wie oma socken stricken
sie ging viel lieber fußball kicken

sie tats nicht schlecht. sie spielte toll
der könig sah mit etwas groll
es wollte doch sein töchterlein
mitglied der landesmannschaft sein

und spielen die weltmeisterschaft
(falls denn ihr team die quali schafft)
und sollten sie den pott gewinnen
hätte ihr land zwei königinnen

so träumte sie, trainierte hart
daheim jedoch erschien sie zart
war gern mal zickig zu den netten
zu lesen wars in den gazetten

sie aß gewählt, hielt sich gesund
am besten salat, dennoch bunt
der kleine süße satansbraten
aß jedoch niemals tomaten

das stank der mutter königin
sie stellte immer welche hin
das kind doch noch zu überzeugen
und sich dem hofdiktat zu beugen

und die prinzessin sah nicht ein
dass sie sollt doch gezwungen sein
nahm die tomaten, die ihr graus
und kickte sie zum fenster raus

impuls: „schreibt ein gedicht, in dem die wörter prinzessin, tomatensalat und kicken vorkommen“
(von dagmar aka @traumspruch)

alle texte lest ihr hier: #frapalymo 16nov18: das spiel

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geschichte #frapalymo No. 15

wie gut sie sich verstanden
waren der hoffnung voll
sie liebten sich wie toll
und kamen rasch abhanden
der ganz realen welt
ihr blick war zugestellt
von tausend liebesbanden
sie merkten irgendwann
so eng zusammen kann
die liebe schnell versanden
als alltag eingezogen
das prickeln längst verflogen
so kamen sie abhanden
einander schließlich auch
liebe wurd schall und rauch
bis gänzlich sie verschwanden

impuls: „dichtet zur musik

alle texte lest ihr hier:

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ein letztes gelbes blatt

hat sonne in sich drin
ich trage es nach haus
leg es am fenster hin
das gelb färbt später aus

wird unansehnlich grau
und schrumplig mit den tagen
dann weiß ich doch genau
bald wird ein grün es wagen

zu streben aus der erde schoß
in linden frühlingslüften
die dunkle zeit geht doch vorbei

und blätter treibt der grüne spross
wird blühen in süßen düften
doch kommt der winter vor dem mai

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schlaflos

so ruppig tobt der wind ums haus
sehr finster sieht der himmel aus
kein stern ist heut zu sehen
ich zieh die decke mir zum knie
die kerzenflamme flackert. sie
wird nun auch bald vergehen

es geht schon bald auf mitternacht
das sandmännchen hat seine fracht
noch nicht bei mir verloren
so warte auf den schlaf ich noch
und ziehe mir die decke hoch
bis über meine ohren

verlöscht ist längst das kerzenlicht
noch immer traf den schlaf ich nicht
und wälz mich in den kissen
belausch beim toben noch den wind
bis meine augen müde sind
und sich ganz einfach schließen …

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oktobersommer

wie zart die linden mir erscheinen
wenn ihre blätter sonnengelb
den zweigen blöße gebend eilen
am grund als teppich sich zu einen.

die sonne wandert tiefer wieder
und wieder durch das baumgeäst
schickt ihre strahlen durch die lücken
und legt sie wärmend auf mich nieder

ich wundere mich, denn vom herbst hatt
ich andere erinnerung
an seiner liebenswürdigkeit
trinke ich gern mich voll und satt

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