im zwischen

das jahr ist auf der zielgeraden
der rest wird kürzer tag un tag
die zeit wird schal so wie die neige
im glas die niemand trinken mag

nach all den aufregenden tagen
scheint jetzt die ruhe eingekehrt
so fühle ich am umstiegsbahnsteig
drauf wartend, dass der zug einfährt

selbst das kalenderbild wirkt müde
der neue steht schon längst bereit
es hängt doch nicht an einem datum
es kommt stets eine neue zeit

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

ein morgen

es ist noch früh, nicht richtig hell
ich mag mich jetzt noch gar nicht rühren
und lausche still dem morgen nach
der wind heult, irgendwo gebell

die nacht war kurz, und müdigkeit
grinst mich durch kleine augen an
die sonne bleibt heut wohl geheim
und es hat wieder nicht geschneit

und doch: was gilts? heut abend dann
sind all die lieben traut versammelt
vor dem geschmückten weihnachtsbaum
und zünden seine kerzen an

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

jammerei

ein schnupfen kam mich heut besuchen
dass ich kaum aus den augen seh
der kopf will platzen, und ich friere
mir fehlt mutters kamillentee

wo ist die hand auf meiner stirne
die den ernst der lage sanft erfasst?
wer schält mir nun die apfelsine?
erwachsen krank sein ist nur last

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wintereinbruch

der winter hat mit zauberhand
die welt ganz frisch geweißt
ein schneemann in der dunkelheit
steht einsam und verwaist

die kinder die ganz eifrig heut
ihn aus dem schnee gerollt
die haben sich im dämmerlicht
schon längst nach haus getrollt

die rotgefrornen hände wärmen
sie sich am Kakao
und nachts im schlaf da träumen sie
ganz kühn vom iglu-bau

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nachtreim

schau dort in dunkler nacht
welch wundervolles leuchten
es ist ganz herrlich kühn gebogen
und schief ists angebracht

es wandert durch die räume
und bleibt nicht was es ist
nein: ab und zu nimmts ab und zu
ist stets ein quell für träume

heut sichelts eine wiege
ich mach drauf einen reim
und meine dass der mann im mond
bequem des nachts drauf liege

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