april

jetzt schieben die kastanien schon die grünen spitzen
im hof der mandelbaum malt rosa gesten in den wind
früh noch ists frostig, nachmittags zum schwitzen
wie farbig nun die graus geworden sind.

die amseln tanzen wild umher in unserm garten
sie sind in liebestollheit vor gefahren blind
ich seh die katze auf gelegenheiten warten
gut nur, dass meist die vögel schneller sind

nun sind die schneeglöckchen wieder im nichts verschwunden
die märzenbecher folgten ihnen längst schon nach
der bärlauch sprießt aus allen auwaldwunden
schon nahte der moment da duftend blüten er erbrach

ich zähl die grünen töne die sich jäh entfalten
sie sind in jedem vogelsang komplett enthalten
die wölkchen schlittern fluffig über tiefes blau

ich freu mich auf der apfelbäume blütenweißes quellen
die bienen sammeln gelben staub in ihren hosenfellen
das ist der frühling, das weiß ich genau!

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

märzreim [knapp]

die tage lind
und heller auch
die wolken treibt
ein sanfter wind

da zeigt sich schon
im kahlen strauch
jeden tag mehr
ein gelber ton

die mutig blühn
kornellen sinds
und krokusse
im wiesengrün

des morgens nun
die amsel singt
stoppt abends erst
um auszuruhn

was ist der märz
doch hoffnungsfroh
das leben strebt
ganz sonnenwärts

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vom wind in diesen tagen

ein wind treibt
durch die straßen
trägt alles leichte fort
verwaister streusand
und papier
nicht ist am alten
ort

dort löst er
noch zwei blätter
(ganz trocken)
vom geäst
er hebt sie an
treibt sie voran
dass es sie tanzen
lässt

er lud meine gedanken
die hellen
ein zum flug
es blieben welche
die so schwer
dass er sie
fort nicht
trug

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

abschluss

als du dann gingst
war ich erstarrt
hab starren blicks
verharrt
mit leisem klacken
schloss die tür
schlug mich zurück
zu mir
nach deinen spuren
suchte ich
vermisst schon
lange dich
fand krumen nur
noch vom zu-zweit
aus längst vergangner
zeit
was du mir ließest
war der schmerz
umschlingt so eng
mein herz
ein jedes atmen
fällt mir schwer
voll trauer bin ich
leer

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

mondreim

der mond hielt hof
er fand es doof
dass er des nachts
nur war zu sehen
ich hab es satt
und mach mich dünn
sprach er
bald werde ganz
ich gehen!

ich seh ihm zu
und denke mir
dass hier der
mond wohl ganz
schön irrt
er hat ja keinen
andern platz
dass er schon
bald zurück
kehrn wird

bliebe er fort
dann fehlten ihm
die dunklen
träumer doch
so sehr
wenn er es merkt
besinnt er sich
und wird
bestimmt bald
wieder mehr

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.