Du musst nicht

Geht es mir gut, dann gibst du mir Genuss
(ganz sicher magst du das auch selbst sehr gern)
Wie leicht lebt es sich, wenn die Welt voll Licht!
Doch an den grauen Tagen bleibst du lieber fern.

Ein wenig scheinst du wie der rote Wein.
An hellen Tagen funkelt er im Licht.
Zu andern Zeiten, wenn die Seele wund ist,
wie schmeckt er fad, wenn Trinken dann wird Pflicht.

Es tut so gut, wenn wir in frohen Zeiten
gemeinsam leichtfüßig durchlaufen diese Welt.
Jedoch, was nützt es, wenn nach einem Strauchler
die Hand dann fehlt, die dich beim Aufstehn hält?

Ja, ich bin müde. Hat mich doch das Schleppen
durch dunkle Zeit erschöpft. Man kann es sehn.
Du musst nichts tun. Geh einfach deiner Wege.
Ich find zurück, werd lächeln im Vorübergehn.

© 2015, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

Teich

Das Grass am Ufer ist schon hoch geworden.
Wind weht ganz sacht. Das Wasser kräuselt sich
Liebestolle Frösche überbieten sich
im lauten Sang von anderthalb Akkorden.

Die Ringelnatter will zum Ufer ziehen,
ein Gelbrandkäfer torkelt aus der Bahn.
Schon haften kleine Monster Halmen an
und lassen schillerndblaue Jungfern fliehen.

Ich könnte Stunden noch am Wasser weilen,
ganz in Gedanken tief versunken bis zum Grund.
Mein Blick fällt auf den Wasserspiegel. Und
ich seh schwarze Wolken, die am Himmel eilen.

© 2014, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

Leichte Betrachtung

Es kommt die Zeit der zarten lichten Farben.
Nicht nur die Pflanzen, auch die Seelen werden grün.
Das Licht währt länger nun am jedem neuen Tage.
Den langen Winter mussten wir im Dunkel darben,
nun wird es wieder Zeit in die Natur zu ziehn.

Die ersten sonnen sich im Park schon auf den Wiesen,
die Bank daneben wird wieder mein Domizil.
Es ist die rechte Zeit sich endlich zu verlieben.
Ich schau den Paaren zu, die Hand in Hand genießen,
und stelle fest, dass auch mein Herz das will.

© 2014, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

Noch einmal?

So gerne möchte ich noch einmal schaukeln
hoch ins Geäst im alten Pflaumenbaum.
Die Melodien der Kinheit summ ich oft im Traum,
die unbeschwerte Mädchenzeit vorgaukeln.

Ich will noch einmal diesen Rotwein trinken,
den es nur dort auf jenem Berge gab,
der dabei sah so ernst auf mich herab
und ließ den Sternenhimmel auf mich sinken.

Noch einmal will ich mich eng an Dich lehnen,
die Augen schließen und tief in uns gehn.
Will noch einmal veliebt Dich lächeln sehn.
Es ist die Zeit mich sehr danach zu sehnen.

Die Bilder sind ganz klar. Auch die Gefühle.
Ich weiß doch, alles ist Vergangenheit.
Auch wenn es schön war. Es ist an der Zeit
zum Aufbruch. Denn da warten neue Ziele…

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