an den mond

lieber mond, ich sah mit sorgen
du verdünnst dich nacht für nacht
habe gedanken mir gemacht
ob ich noch sehen kann dich morgen

als du heute früh versunken
schienst du dünn und blass und stille
entbehrte doch die nacht der kühle
sag: hast du genug getrunken?

oder schlug dir eine grippe
gar ein ärger auf den magen?
schrumpfst du weiter, muss ich sagen,
morgen bist du ein gerippe

lieber mond, du solltest wissen
wenn ich schlaflos nachts mich quäle
und dann endlos sterne zähle
will ich dich dabei nicht missen

also sei einsichtig, du
iss recht viel und nimm fix zu!

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

april

der april hat sich besonnen
endlich nach einem gerücht
das sein wechselspiel verspricht
heute nun damit begonnen

april, april , verhielt sich
bisher still

lange dämmerte der morgen
aus den wolken weißes schweben
das im sonnenschein soeben
in wassertropfen flugs zerronnen

april, april,
aus allen knospen quill!

kalter wind schneidet die häute
hinter fenstern kann ich träumen
wie in frischergrünten bäumen
vogelsingen mich erfreute

april, april,
weiß gar nicht, was er will

wieder quillt die wolkenwolle
dunkelt mir die mittagsstunde
der april gibt davon kunde
dass er launisch bleiben wolle

april, april,
macht doch wohl, was er will

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

nun mach schon!

sonne, es ist wochenende
ich sitz hier und seh dich nicht
bleibe sitzen, bis dein strahlen
endlich durch die wolken bricht

bist du es doch, die mir die hoffnung
gab für eine helle zeit
sehne mich nach licht und wärme
und nun komm, es ist soweit!

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

abendreim

dieser abend kam heimlich
und der sturm zog längst weiter
morgens wolkenverhangen
ward, als mittag vergangen
in der dämmerungsstunde
tages himmel noch heiter

ob wir heute erfahren
wieviel sternlein dort stehen?
schickt der wind pfeifend wieder
neues wolkengefieder?
bleibst du wach, statt zu träumen
wirst du es sicher sehen

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wie neu

auf einer langen bank saß
still ein einsames leben
der es tragen gesollt
hatte achtlos es eben
nur zur seite gelegt
beim karrieremästen
es behinderte ihn
hing an seitenästen
und es bremste zuweilen
oder stoppte ihn ganz
das war wirklich nicht dienlich
seiner jagd nach dem glanz
achtlos jagte er weiter
hatt das leben vergessen
das seit jahren sehnsüchtig
auf der bank still gesessen
bis sein herz eines tages
einen schlusspunkt ihm setzt
er verschwindet. seinen ruhm
nur erinnert man jetzt
eingraviert mit majuskeln
in ein stück vom granit
und ein leben sitzt da
denkt daran wie es litt
so ganz ungelebt bleibt es
und es träumt jenen tag
dass es jemandem passe
der es gern füllen mag

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