klage

Ach bittrer Winter, wie bist du kalt.
Du hast entlaubet den grünen Wald.
Du hast verblüht die Blümlein auf der Heiden. (Volksweise)

kalt bist du
und dunkel oft auch
die tage kriechen
so zäh dahin
ich merke wie
das licht mir fehlt
die schwere weicht mir
nicht aus dem sinn

wo ist der schnee
der doch die tage
mit seinem glitzer
weiß erhellt?
wo ist der frost
der aus graukalten nebeln
schafft eine raureif
verzauberte welt?

der schlitten aus
den kindertagen
langweit sich im keller
schon lange zeit
unsere urenkel
werden bald fragen
wieso wir am winter uns
einst so erfreut

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

nachtreim

die kerzenflamme schwächelt
sie wird mich bald verlassen
der himmel voll wolken so dicht
da ist kein mond, der lächelt
auch die sterne, die morgens verblassen
die sehe ich leider jetzt nicht

und ich hoffe, die bilder im traume so klar
zeigten mir, wie das sternenzelt heute nacht war

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

was ich euch wünsche?

begehbare wege
(gemeinsam/alleine)
gedanken, gefühle
(große und kleine)
immer ein brot um
den hunger zu stillen
ein sauberes wasser
zum trinken und kühlen
einen ort zum wohnen
fest und sicher gebaut
und menschen denen zu
vertrauen man sich traut
meinen wunsch aufzuschreiben
finde ich gar nicht leicht
wollt ihr mehr? wünschts euch selber
denn ich glaube, das reicht

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

im zwischen

das jahr ist auf der zielgeraden
der rest wird kürzer tag un tag
die zeit wird schal so wie die neige
im glas die niemand trinken mag

nach all den aufregenden tagen
scheint jetzt die ruhe eingekehrt
so fühle ich am umstiegsbahnsteig
drauf wartend, dass der zug einfährt

selbst das kalenderbild wirkt müde
der neue steht schon längst bereit
es hängt doch nicht an einem datum
es kommt stets eine neue zeit

© 2017, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

ein morgen

es ist noch früh, nicht richtig hell
ich mag mich jetzt noch gar nicht rühren
und lausche still dem morgen nach
der wind heult, irgendwo gebell

die nacht war kurz, und müdigkeit
grinst mich durch kleine augen an
die sonne bleibt heut wohl geheim
und es hat wieder nicht geschneit

und doch: was gilts? heut abend dann
sind all die lieben traut versammelt
vor dem geschmückten weihnachtsbaum
und zünden seine kerzen an

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