schneckschreck

ein schneck wurd wach
in seinem haus
fühlerte raus
denn da war krach

ein amselhahn
machte krawall
mit starkem hall
der schneck sodann

war irritiert:
sollts lenz schon sein?
ich schlief so fein
hab nichts gespürt…

er dachte nach
wenn ich ihn fragt
der kalender sagt
sah hin. und ach

es war noch zeit
der winter da
wenn auch nicht weiß
der lenz war weit

entfernt. und nun
verzog der schneck
ins letzte eck
sich um zu ruhn

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

also wirklich!

kinder!
ich frage mich
wann er nun endlich kommt
der winter
ich warte
auf die weißen
leichten ballerinen die
schneeflöckchen
heißen
ich möchte
so gern sehen
wie sie tanzen unter
frostiger sonne
und verwehen
und wie
sie sich erhitzen
in meiner warmen hand
zerfließen ihre
spitzen
das fehlt
in diesem winter
wir frostig rote nasen
über dampfendem kakao
wie findet ihr das
kinder?

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

winterabend

der abend zieht herüber
gießt auf uns dunkelheit
einsam flaniert die venus
kein stern blinkt weit und breit

es ist die zeit des wandels
vom tage hin zur nacht
des mondes mildes silber
spiegelt der sonne macht

die ist schon lang versunken
hinter dem horizont
vom all weht her die kälte
die keinen nun verschont

wohl dem der eine stube
sein eigen nennen kann
darin ein kleines licht auch
er wärme sich daran

noch besser wenn zum wärmen
er einen liebsten hielt
so dass er mit der liebe
auch seine sehnsucht stillt

und wenn am nächsten morgen
das licht des tags ihn weckt
mag er sich freun am raureif
der alle dächer deckt

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

wünsche

für den hunger ein brot
sauberes wasser zum durst
einen groschen zur not

winterlandschaft mit schnee
rasten am gipfelkreuz
sonnenaufgang am see

einen klaren verstand
eine kluge idee
notfalls werkzeug zur hand

zeit ganz für dich allein
einen freund der verlässlich
einen leckeren wein

eine hand die dich hält
eine seele die liebt
einen platz in der welt

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flämmchen mit kerze

wie doch die kleine kerze
allmählich sich verzehrt
ihre kräfte leis verbrennt
und doch die hoffnung nährt

da sieht sie ihrer flamme
bei ihrem tanze zu
sie fühlt sich doch so müde
und findet keine ruh

fast sieht es aus als lebte
sie die ihr wärme gibt
und doch ersetzt sie keinen
der einfach so sie liebt

es geht ihr wie der kerze
sie brennt heimlich so heiß
sie tanzt nur im verborgenen
verzehr sich dabei leis

und wie die kleine kerze
schwindet sie langsam hin
doch in dem schwachen flackern
liegt dennoch hoffnung drin

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.