fahrt

I

da war nur
der eine platz
hinten
im bus
den blick
rückwärts
lenkend
da war nur
dieser eine

II

sie schaute
hinaus
was sie sah
war was sie
zurückließ
schrumpfend
immer mehr
mit der fahrt
bis es so
winzig war
dass sie seine
bedeutung
vergaß

III

als es dann
leerer wurde
nahm sie vorn
neuen platz
sie würde sich
nun nicht mehr
umdrehen sie
erwartete
anzukommen im
neuen

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zusammenspiel

höhen
und tiefen
die eine mitte
unspielen
die tempi
des lebens
streit und
frieden
ruhe und rausch
metallenes
mischt sich mit
klagenden lauten
tröstend darunter
stützt der bass
im wechselspiel
der kräfte
bis der dirigent
abschlägt

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im werden

der atem
des neuen morgens
dringt durchs
offene fenster
geräusche der
geschäftigkeit
wehen heran im
milden licht
träge der himmel
verschleiert
sein gesicht
meines hat
heute noch nicht
aus dem spiegel
gelächelt

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freitagabend

spät ist es
die nacht trägt
wolkenstola
in ihr gefangen die
leuchtenden augen
der nächtlichen
stadt
bei mir
drei gaukelnde sonnen
malen mir flackernd
leben auf die wand
werden sie müde
kommt erlösend
der schlaf

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haiku No. 391

wie der mond schwindet
im kaltschwarz der winternacht
bald traumaufgelöst

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