endlich

als erste tropfen
mich berührten
wölbte wohliger
schauer kurz meine
äußere haut
die innere hub
zu atmen an tief
diese frische
einzusaugen
für ewigkeiten
als die tropfen
die erde berührten
schien gelbgedörrtes
sich zu strecken
sehnsüchtig abzuwerfen
den staub die trockenheit
später band der staub
die einschläge zu
blasen auf der haut
der pfützen

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selektiv

lippenlinien
zahnreihen
das spaltmaß
des zwischenraumes
und dieses geformte
luftzuggeräusch
das langweilen kann
interesse wecken
warmumsorgen
verletzen auch
oft gehen mir die
gesichter verloren
herzwärme in worten
hilft beim
erinnern

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gewiss

dir nachschauen
wenn du gehst
über die wange
streichen wo
du sie berührt
dir nachsehen
dass du lebst
auch ohne mich
so wie auch ich
ganz ohne dich
dir nachlächeln
du kehrst ja
gewiss wieder
zusammen sind
wir

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wunsch

lass
uns nicht
die schritte zählen
unseres weges
wir verpassen doch
sonst nur die
augenblicke

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ein weg

auf schmalen pfaden
wildgrünbegrenzt
von licht zu schatten
zu licht zu schatten
tasten die füße
sich über kiesel
nadeln wurzelstränge
über blätter über
halt! ein käfer!
eilende emsen
hasten weiter
dieweil die füße
weiter tasten
tiefer hinein in
die waldkühle
hin zu den
sonnenbelichteten
alleinsamkeiten

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