und nun

sahst mich an
sorgtest dich
wie andere
mich sehen
und dich
fragtest mich
wie mein nachmittag
bei freunden war
und gleich darauf
nach deren einrichtung
nahmst meine mühen
zur kenntnis
und maltest mir aus
der fehler furchtbare
folgen
machtest mich satt
kleidetest mich
lehrtest mich auch
nützliche dinge
sahst mich an
ach hättest du nur
versucht mich
zu sehen

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aufbruch

im draußen
plakative veränderung
neue alte farben
düfte und klänge
klar und leuchtend
alte gewissheiten
die verkrusteten
im innen über die zeit
auch sie brechen auf
langsam leise
schmerzhaft

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lieber sohn,

am ende
dieses tages
erinnere ich
diesen als einen
unter anderen
gleicher art
(mit spitzen
mit tiefen auch)
als einen tag wie
andere gefädelt
auf die kette
der zeit
besondere tage
sind mir alle
(jeder einzelne)
deines lebens

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und dann

ich warte
schon lange
schaue dir in
die landschaft
deines gesichts
gefältelt und
aufgeworfen von
den erschütterungen
eines langen lebens
ich warte
schon lange
und schaue
halte eine hand
kühl schmal und
leicht geworden
über die jahre
ich warte
schon lange
und schaue
und halte
lausche der
verletzlichkeit
deiner atemzüge
ruhig und flach
ich warte
dass etwas
geschieht
schon lange

und dann
in mein
warten hinein
lächelst du

lichtblick

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und nun

nicht nach
schuld fragen
nach geschichte
eines jeden
nach wegen
die zwangsläufig
waren oder einfach
so entschieden
die zeiten
die taten die
verletzungen
hallen nach bis
zu uns heute
und darüber
hinaus

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