beobachtet

die gesichter
morgens im
ersten bus
halten ihre
müdigkeit ins
grelle licht
starr und
ohne die welt
um sie herum
zu erreichen
abends dann
sehe ich sie
erneut
frage mich
ob sie jemals
aufwachten
dazwischen

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klage

Ach bittrer Winter, wie bist du kalt.
Du hast entlaubet den grünen Wald.
Du hast verblüht die Blümlein auf der Heiden. (Volksweise)

kalt bist du
und dunkel oft auch
die tage kriechen
so zäh dahin
ich merke wie
das licht mir fehlt
die schwere weicht mir
nicht aus dem sinn

wo ist der schnee
der doch die tage
mit seinem glitzer
weiß erhellt?
wo ist der frost
der aus graukalten nebeln
schafft eine raureif
verzauberte welt?

der schlitten aus
den kindertagen
langweit sich im keller
schon lange zeit
unsere urenkel
werden bald fragen
wieso wir am winter uns
einst so erfreut

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wo

wo
kann ich
mich noch anlehnen
die augen fest geschlossen
schweigend?

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erstaunen

manche
hätten gern
stets wein im glas
rosinen im teig
taler im hemd
einen goldesel
ein schloss
einen pool auch
und einen hauch
aus famas atem
ewig hungrig
wissen sie
denn nichts
vom brot und
vom frieden?

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zur klärung

reise
immer|fort
im weglosen
bewegung selbst
im innehalten
bist du das
oder wirst du
getrieben
wo|hin

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