sommer 2018

das land
üppig einst
rollt das grün ein
räudige flecken
entlebt

hoffnung auf regen
ist zerschmolzen
träge suche um schatten
zu finden kühlen hauch und
eis

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

betrachtung

sie sann in ihre kaffeetasse
wie schwer sie doch das leben fasse
mal gings bergauf, dann wieder runter
grad oben schwimmend ging sie unter
sie strudelte durchs leben hin
angeblich seien da ein sinn
und andre wesen im gewusel
wozu? fragte sie oft den fusel
und wo sind denn nun diese lieben
die sie ertrugen, bei ihr blieben
hielt sie sich meist doch selbst nicht aus
wär gern gegangen, kam nicht raus
aus ihrer allzu dünnen haut
von zweifeln ziemlich aufgeraut
ihr blick fiel auf den schlanken leib
grüngläsern, der des weins verbleib
bis sie zum freund ihn sich erkor
zauberte er doch ein licht hervor
von sinn und stärke ein gefühl
und vom sich trauen, was sie will
fast glaubte sie, dass man sie mag
beschwingt beschloss sie ihren tag
um stillvergnügt ins bett zu gehn
morgens war davon nichts zu sehn
kurz war der rausch und lang das leben
da musst es noch was andres geben …
sie sann in ihre kaffeetasse
wie schwer sie doch das leben fasse
am abend noch die flasche wein
am morgen doch mit sich allein

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jetzt!

sorgen
erfüllen
kämpfen
gewährleisten
sicherstellen
unterstützen
funktionieren
das alles
ich weiß

lass uns
um unser leben
leben!

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ein weg

in kriechgang
die zeitwüste durchmessen
der alltägliche sand
körnt zwischen allen
bewegungen bremst
auch den griff nach
der oase die nie
näher zu kommen scheint
und im grellen flirren
des tagwerks schließlich
doch zerfließt

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halte inne

für antje

leere
drückt dich
alles scheint
dir genommen
kraft/mut
freude/leichtigkeit
du nahmst
als du gabst
mit vollen händen
als du alles wolltest
und nur so wenig
zu gelingen schien
auf deiner mission
nun bist du
leere darin
ein stäubchen noch weht
gib nicht weiter was
du nicht mehr besitzt
du kannst die welt
nicht retten
aber das stäubchen
das nimm und rette
das was dir lieb
so rette du
dich

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