verweigerung

diese tage da sie gern verschwände
so gern verbrächte sie allein die zeit
verfolgt von grellbuntem geblende
laut angeschrien von besinnlichkeit

so gern verbrächte sie allein die zeit
nicht allerorts genötigt zu konsum
laut angeschrien von besinnlichkeit
sie flieht die anderen, wird stumm

nicht allerorts genötigt zu konsum
was gibt es denn was sie entbehrte
sie flieht die anderen, wird stumm
sie wünscht dass stille wiederkehrte

was gibt es denn was sie entbehrte
verfolgt von grellbuntem geblende
sie wünscht dass stille wiederkehrte
in diesen tagen da sie gern verschwände

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

geisterstunde

da geht was vor im treppenhaus
geräuschvoll trappeln dunkle wesen
und wären längst am ziel gewesen
ginge das licht nicht ständig aus

ein geist stolpert über den saum
seines sehr reichlichen gewandes
ein monster unbekannten standes
verheddert sich im purzelbaum

die klingel schnellt, die tür geht auf
frau lehmann reicht mit vollen händen
das süße, saures abzuwenden
der geisterzug steigt weiter rauf

die alte treppe knarzt und ächzt
dann klingelts auch schon unter mir
bei hartmanns öffnet sich die tür
dort gibts wonach ein kind so lechzt

ich wohne oben unterm dach
dahin war wohl der weg zu weit
vielleicht blieb auch nur keine zeit
nach unten zieht der geister krach

wie es wende und auch dreh
bin von den geistern ich verlassen
ich kann es immer noch nicht fassen
und nasche noch ein praliné

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

fazit

es ist auch
das licht der sonne
tiefer nun am himmel
das die schatten zu
monstern wachsen lässt
doch es ist nicht nur
dieses licht

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früh übt sich

wie wir
als kinder uns mühten
die sandigen streifen
zwischen den steinen
nicht zu treffen
von stein zu stein
sprangen wir voran
fast perfekt in der
mitte zu landen
heute wandern wir
zielsicher über
breite alleen von
fettnäpfchen

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dauerrauschen

stille
wie ich sie
vermisse
sie ist
rar geworden
in dieser zeit
um uns herum
das stete rauschen
unserer existenz
die allgegenwart
verkündeter meinung
drischt auf uns ein
wettstreitend um den
besten treffer
in den kurzen
momenten des verstummens
spüre ich dass sie
schon längst mein
inneres verließ
und die ruhe
mit ihr

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