einunddreißigster oktober

das morgenlicht dringt schwer durchs grau
es ist als wäre über nacht
der eignen augen kraft erschöpft
nur noch das nächste scheint genau

und zeichnet seinen scharfen rand
so wie der linde nackte krone
was weiter weg bleibt vage nur
als ob es seine form nicht fand

die linde trägt drei trockne blätter
auf ihrem fröstelnd nackten haupt
sie trägt sie als erinnerung
an lange tage, warmes wetter

was mir von dieser zeit geblieben
kastanien und erinnerungen
in kerzen leuchten kleine sonnen
so werd ich auch den Winter lieben

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

frühnebel

als der morgen
das licht gebar
trug der teich
eine federboa aus
nebelschwaden
meine hoffnung
excalibur dort
zu finden verblasste
später in den
wolken

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

morgennebel

blind
die lichter
die durchs dunkel
streuen kleinen
sonnen gleich
ihren goldstaub
dumpf das raunen
das der stadt
geschäftigkeit
uns zeigt
die feuchte kühle
des morgens kommt
ohne filter

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haiku No. 384

dämmerung flüstert
tropft weich wie liebesworte
auf dürstendes sein

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beschreibung

stille nachtpfade
verschlungene stolperwege
und die traumscherben
einer langen wanderung
ergeben nie ein ganzes

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