erste rapsblüte

das feld zerlief
ein frisches dotter
in gelbem unfassbar
zog aller augen
blicke seinen
hügel hinan
bald werden über
allem land die
leuchtenden läufer
ausgerollt sein

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

gründonnerstagsreim

die tage werden wieder länger
grünes schwemmt wieder die natur
die hüllen werden knapper, enger
die haut trägt man gern wieder pur

vom höchsten giebel tönen lieder
melodisch, glockenhell und weich
amsel im schwarzen glanzgefieder
sie deutet uns ihr königreich

und früh am morgen kannst du wetten
welcher der vögel heut beginnt
wenn wir noch wohlig in den betten
fink, amsel, meise – wer gewinnt?

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haiku No. 381

dieser helle stern
der die raue winterluft
zu lauem samt schmilzt

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april

der april hat sich besonnen
endlich nach einem gerücht
das sein wechselspiel verspricht
heute nun damit begonnen

april, april , verhielt sich
bisher still

lange dämmerte der morgen
aus den wolken weißes schweben
das im sonnenschein soeben
in wassertropfen flugs zerronnen

april, april,
aus allen knospen quill!

kalter wind schneidet die häute
hinter fenstern kann ich träumen
wie in frischergrünten bäumen
vogelsingen mich erfreute

april, april,
weiß gar nicht, was er will

wieder quillt die wolkenwolle
dunkelt mir die mittagsstunde
der april gibt davon kunde
dass er launisch bleiben wolle

april, april,
macht doch wohl, was er will

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vom ende einer ranunkelblüte

schüttelte
unmerklich
das haupt
schüttelte
das welke haupt
unmerklich alt
geworden über
die tage
schüttelte ab
das alte welk
gewordene
unmerklich
roten teppich
webend zu
seinen füßen
das haupt
befreit vom alten
aufrecht stolz
gereckt

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