vom wetter

der tag
ein ächzen
im feuchten heiß
eines gnadenlosen sterns
die welt
schleicht
unwillig nur
jede kleine geste
ein marathon
ein letztes luftholen
im schatten
gemauerter wände
verharren und hoffen
auf die nachsicht
der nacht
der vogelsang
vor den fenstern
scheint nicht von
dieser welt

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vielleicht war es ja so

da knipste der dunkelnde himmel
nur zwei, drei mal am schalter vom licht
was im lichtschein verstohlen
er dann sah, ließ ihn grollen
denn die staubwelt gefiel ihm nicht

also nahm er den eimer und stellte
ihn unter den fließenden hahn
und er holte inzwischen
denn er wollte feucht wischen
aus der kammer den mop und begann

seinen plan in die tat umzusetzen
und er feudelte eifrig herum
bis er sich kurz versah
das malheur war gleich da
denn der eimer voll wasser fiel um

wie das wasser rasch floh aus dem eimer
und gleich zwischen den wolken verrann!
für uns ist es ein segen
den er fällt heut als regen
der den staub aus der luft waschen kann

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konzert

und
immer wieder
moll
dieses schwere tönen
dunkel oft
trauer tragend
oder sehnsucht
immerhin
immer wieder
moll
kraftvoll und
auch unendlich zart
moll
ich höre stets
ein fünkchen
zuversicht

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déjà-vu

da traf er
mich wieder
dein blick
aufmerksam
forschte er in
dem meinen
so fern in der
erinnerung grub
er die ambivalenzen
aus die ich
fest verschlossen
in der truhe für
immer verwahrt glaubte
und da war es
plötzlich wieder
dieses wilde wogen
zwischen klarheit
und verwischen

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belauscht

sie trank wein
sie sprach
vom alltäglichen
von schönem
von verletzungen
von behauptungen
und vom behaupten
sie trank wein
und sprach
in ihrer stimme
bitterkeit und
stolz auch
und vom sich
verlieben sprach sie
wie schön das wäre
und wurde ganz
weich

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