was ich euch wünsche?

begehbare wege
(gemeinsam/alleine)
gedanken, gefühle
(große und kleine)
immer ein brot um
den hunger zu stillen
ein sauberes wasser
zum trinken und kühlen
einen ort zum wohnen
fest und sicher gebaut
und menschen denen zu
vertrauen man sich traut
meinen wunsch aufzuschreiben
finde ich gar nicht leicht
wollt ihr mehr? wünschts euch selber
denn ich glaube, das reicht

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kurzer abriss

– meiner großmutter –

dein start
ins leben
war holprig
doch warst du
jemandem willkommen
mitten im winter
nach diesem krieg
du hattest
viele jahre
reich an arbeit
und sorge war
deine schwester
das leben
entdecktest du
spät erst

doch nun war es
ruhig geworden in
gesellschaft der
krankheit ein
blasser gast
lang dein ringen
mit ihm bis
es dich
ließ

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windiger tag

fährt
ein wilder wind
durch die straßen
treibt loses
vor sich her
sucht widerstand
gleitet den
alleebäumen durch
nackte fingerzweige
nistet in meiner mütze
einen augenblick
rastloser
bevor er übermütig
weiter zieht

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wintereinbruch

der winter hat mit zauberhand
die welt ganz frisch geweißt
ein schneemann in der dunkelheit
steht einsam und verwaist

die kinder die ganz eifrig heut
ihn aus dem schnee gerollt
die haben sich im dämmerlicht
schon längst nach haus getrollt

die rotgefrornen hände wärmen
sie sich am Kakao
und nachts im schlaf da träumen sie
ganz kühn vom iglu-bau

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regentag

die dunklen wolken
schütteten ihr herz heut aus
netzten die wege
und wuschen und wuschen in
das stadtgrau spiegelbilder

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