november in der stadt

die sichtachsen
im herzen der stadt
zugewuchert von
gewächsen aus holz
in latten und platten
genagelte heimeligkeit
die bald schon den ort
fluten wird mit überflüssen
entbehrlicher notwendigkeiten
darüber wacht, zur feier
des eigenen sterbens geputzt,
ein baum, der herzenswärme
hier nicht empfinden kann
so wie auch ich im gemenge
aus licht musik und gerüchen
drängender glühweinseligkeit
die nicht wärmt

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

ein letztes gelbes blatt

hat sonne in sich drin
ich trage es nach haus
leg es am fenster hin
das gelb färbt später aus

wird unansehnlich grau
und schrumplig mit den tagen
dann weiß ich doch genau
bald wird ein grün es wagen

zu streben aus der erde schoß
in linden frühlingslüften
die dunkle zeit geht doch vorbei

und blätter treibt der grüne spross
wird blühen in süßen düften
doch kommt der winter vor dem mai

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

elfchen

schleppend
der lauf
der dinge gebremst
von der bleiernen fessel
müdigkeit

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elfchenreigen zur nacht

heim
mit gepäck
das sammelte alles
was diesen tag beschwerte
was
stelle ich
nun damit an?
nichts, ich stelle es
ab
dann kann
meinen schlaf einer
von den buntleichten träumen
finden

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jammerei

ein schnupfen kam mich heut besuchen
dass ich kaum aus den augen seh
der kopf will platzen, und ich friere
mir fehlt mutters kamillentee

wo ist die hand auf meiner stirne
die den ernst der lage sanft erfasst?
wer schält mir nun die apfelsine?
erwachsen krank sein ist nur last

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