ausgedacht

wir dachten
wir dachten uns
wir dachten an uns
für immer
dachten wir
wir dachten
ans ende
wir dachten weiter
über unsere grenzen
immer dachten
wir nur
wir dachten uns
aus

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verlust

welches jahr
schrieb man
als der appetit
auf lebkuchen
und punsch
im alltag
sich verlor?
das kleine mädchen
das in mir sein
obdach hat
fühlt sich seitdem
verlassen

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begründung #lyrimo no 17.1

als
wir uns
zu nahe kamen
sahst du mich nicht
mehr

so
trat ich
von dir zurück
jetzt sehe ich dich
befreit

impuls: „ich sehe was, was du nicht siehst“

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 17

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weiter

weil da
kein sinn war
wird das weiter
gehen bloßes tasten
über eine unsichere
dünne haut aus
gründen

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alles anders #lyrimo no. 3

der schlag
traf sie mit
aller wucht
so überraschend
dass sie erst
den aufschlag
wahrnahm im
überbordenden
schmerz
der nahm ab
in seinem schatten
eine waidwunde
sicherheit
über ihr längst
die geier der
angst

ich las den impuls gestern nacht, als ich von einer vorstellung heimkam. ich bin mitwirkende einer inszenierung (die im projekt auch direkt an verschiedenen plätzen der stadt stattfindet). gestern wurde ich, als ich auf das eintreffen der zuschauer wartete, von hinten niedergeschlagen.
das beeinflusste mein schreiben heute morgen so wie meine träume heute nacht. körperlich kam ich glimpflich davon.

impuls: „ganz im Vertrauen“

alle texte lest ihr hier: lyrimo, tag 3

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