leben [in fünf linien gefasst]

piano beginnend
aufsteigend
sinkend auch
gesprungen
gezogen in
wechselnder tonart
staccato stöckelnd
zu clustern
verrauschend
crescendo
zum orkan
mit pausen
in trillern
punktiert
in triolen
durch die welt
stolpern
und ab und zu
innehalten in
fermaten

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dem mond

sag
fürchtest du dich?
was hängst du
am dachfirst
wie nachbars junge
sehnsüchtig die
heurigen äpfel
im blick
komm
lass los deinen halt
schwing dich zur höhe
ich will träumend
aufschauen
zu dir

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schiffbruch

leises glucksen
um sie herum
schwimmendes
treibgut auf
der haut der
unergründlichen
kälte sog
schrecken sie
klammert am
treibholz mit
aller kraft
ende naht
nirgends ein
glückliches
ende

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senryū No. 115

geschwätzig der tag
reduziert zum brummen in
meiner müdigkeit

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seufzer [aus der müdigkeit]

ein wenig
dornröschen
dieser teil
nach dem
spindelstich
ein wenig
langer schlaf
und nacht
ein wenig zeit
anhalten und
die welt draußen
das leben bremsen
jaja prinzen
gibt es nicht
soll mich doch
die muse
küssn

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