vor dem gewitter

himmel
grollt dem tag
ich höre ihn murren
in das dunkelnde
grau hinein
in die unwirkliche
stille der stadt
selbst die mauersegler
fliegen schweigend

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in der probe

alle papageno
arien mitsingen
leis
wie es damals Vater tat
laut
inbrünstig
in der wanne
nun ein geschlossener
kreis

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mein klatschmohn

ach, seine zeit war nur sehr kurz
seinen schmuck warf er längst ab
es bleibt mir die erinnerung
oh, dieses unglaubliche rot!

seinen schmuck warf er längst ab
nun schwillt allmählich ihm der kopf
oh, dieses unglaubliche rot!
der wind hat alles längst verweht

nun schwillt allmählich ihm der kopf
kein letztes blatt verhindert es
der wind hat alles längst verweht
im haupt reift schon die neue saat

kein letztes blatt verhindert es
es bleibt mir die erinnerung
im haupt reift schon die neue saat
ach, seine zeit war nur sehr kurz

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hitze

ächzend
schleppt die
welt sich durch
die tage da
die welt in
der hitze zu
zähem honig schmilzt
die schritte bremsend
haut klebt an haut
und allem berührbaren
wie in zeitlupe
wandern geist
und blick immer mit
leicht verkniffenen
augen im schatten
unendlich scheinender
müdigkeit

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abend

schwüle liegt
auf meiner haut
bremst alles bewegen
dunkelt jeden sinn
herzschlag als
konstante

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