licht

hast du gemerkt | wie es sich
wandelt | farben fließen ein |
greifen räume die grau
überwinterten | sprengen risse
in innenwesen | führen
schneckenhausgedanken
gassi

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textfluss

was

tropft

und

findet
zum rinnsal
sich und holpert
und strudelt über unebenheiten
verlierend ein wenig doch findend
an neuen schätzen und fließt in
die weiten ebenen ruhiger sich verbreiternd in
ruhigen wellen liniert schiffbar nun geworden auge und
geist

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crescendo

draußen
lass den sturm
mit seinem serpent
den generalbass proben
das warme furnier
deiner zargen
vibriert deinen
herzschlag uns
zum takt der
sanftmolligen melodie
zupf du mir meine
saiten streich mich
bis wir uns verlieren
im dur des jubilo

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richtigstellung

ich dichte nicht
ich denke
zuweilen schreib ichs hin
und wenn meine gedanken
an schönen worten ranken
dann wird mir leichter
weil ich ihrer dann
entbunden bin

du kannst das
ganze lesen
und dennoch gehst du fehl
zu meinen all dies
hätte art
dein irrend lob es
trifft mich hart
weil ich ganz sicher
und bestimmt nicht
zu den dichtern zähl

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vorbote des sommers

mein erster mohn des jahres
verblühte nicht im felde
er stand in einer vase
in meiner warmen stube

verblühte nicht im felde
am ende dieses winters
in meiner warmen stube
hisste er seine segel

am ende dieses winters
gestützt von starken zweigen
hisste er seine segel
aus feurig roten blättern

gestützt von starken zweigen
stand er in einer vase
aus feurig roten blättern
mein erster mohn des jahres

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