schlafen

bleiern
hängt die
müdigkeit an mir
fällt meinen blick
zieht mich hinab
erbarmungslos
als erfüllte sich
nun der fluch der
dreizehnten fee

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oben

wolkengebilde
überqueren die
schmalen schluchten
der vorstadt
als wir sie zu
deuten versuchten
damals lag alles
noch vor uns
lass uns die köpfe
in den nacken legen
und wieder lesen
in den wolken

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haiku No. 386

im wilden weinlaub
leuchten rote ranksträhnen
selbst durch morgendunst

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jetzt also

am himmel
eiert ein mond
fahl wurden die
vielen grün wie
mit asche bestäbt
einer letzten
blüte harrend
ihrerselbst
um dann
von der kälte
hart verstoßen
zu fallen
am himmel
eiert der mond
nun ist er da
flüstert er
fühlst du ihn
den herbst

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pfützenblick

wie seltsam
dass der himmel
dann mit spiegeln
sich umgibt
wenn er so
gar nichts
strahlendes
an sich hat
wir könnten
von ihm
lernen

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