notiz

in
einem see
aus milch
die mondin
badend wie
cleopatra einst
ihrem dasein glanz
verleihend
still und
zart

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

vergangen #lyrimo no. 30

dieser brief
der sich fand unter
all den anderen
die sie einst erhielt
dieser brief
fremd unter all
den anderen
dieser eine brief
den sie schrieb
und nicht sandte
damals als
sie der mut verließ
dieser brief…

einen moment lang
der türspalt offen
für einen blick zurück
einen augenblick
ein was-wäre-wenn

sie streicht ihn glatt
sanft entschlossen
schließt den spalt
legt ihn zurück
diesen brief
und sie weiß
es ist gut
wie es ist

impuls: „Briefgeheimnis“

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 30

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was wäre wenn #lyrimo no. 29

wäre da nicht
diese wärme des
bettes am morgen
die zum bleiben
einlädt
wäre da nicht
der duft des kaffees
der doch heraus mich
lockt
wäre da nicht
das lächeln des
mädchens morgens
im bus
was wäre dann?
ohne das tanzende blatt
ohne den kurzen sonnenmoment
ohne das ruhige gespräch
ohne das “dankeschön”
ohne die umarmung
ohne die melodie
was wäre dann
ohne die wohlgesetzten
gedanken
worte
aus einem tag leben
würde grauer
fels

impuls: „Zielgerade / die überwiegende Schönheit aller Dinge / 30 Tage“

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 29

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verwandlung #lyrimo no. 28

was einer sieht
wenn vor ihm
ein haufen mineral
unnahbar hart
was einer sieht
das da wohnt
im felsigen herzen
was einer sieht
wie es ihm erscheint
im konturlosen
was einer sieht
wenn er ansetzt
schlag auf schlag
meißelnd es
zu befreien
was einer sieht
wenn es herauswächst
splitternd aus
dem massiv
ich staune wenn
ich es langsam auch
erkennen kann

impuls: „…und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne „

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 28

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gute fee #lyrimo no. 27

eloge an die kaffeemaschine

die nacht schaut noch herunter
der wecker scheppert laut
die decke fällt mir runter
ich bin noch gar nicht munter
schon hab ich gänsehaut

ich quäl mich aus dem bette
obwohl ich kaum was seh
auf nackten füßen suchend
den weg ins bad dann fluchend
stoß ich mir meinen zeh

dann endlich in den sachen
drück ich dich liebevoll
dann öffne ich den rachen
will noch den zahnputz machen
und du schnaufst los wie toll

ach wenn ich dich nicht hätte
denk ich, wenn ich so steh
wir gurgeln um die wette
doch du, du bist die nette
du machst dabei kaffee

impuls: „Einladung zum Kaffee“

alle texte lest ihr hier:

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