vor dem gewitter

himmel
grollt dem tag
ich höre ihn murren
in das dunkelnde
grau hinein
in die unwirkliche
stille der stadt
selbst die mauersegler
fliegen schweigend

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Haiku No. 383

trug harte züge
dieser kalte graue tag
spielt sommerpause

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armada

am rand der klippe
der grenze des festen
wirft sich der augen
blick in die weite
sehnsuchend die ferne
da! weißes tuch
tüpfelt die bläue
windbewegt vorwärts
strebend die hellen
flächen geblähte
großsegel neben den
kleinen die an
der rah man findet
klüver und besan
unbeirrt streben sie
ihrem ziel entgegen
vorbei an der klippe
immer neue drängen
ich schaute es gern
stunden lang
meine klippe ist mein
stadtfenstersims mit
himmelsblick

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uferkarst

im gestein
restliches
hohle tümpel
sonnenbefeuert
bergen muscheln
und winzige fische
gelegentlich
eine welle bringt
mit frischem wasser
rollende kiesel
und manchmal ein
neues leben
gäbe es diese
wellen nicht
wären die tümpel
längst ausgebrannt

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mein klatschmohn

ach, seine zeit war nur sehr kurz
seinen schmuck warf er längst ab
es bleibt mir die erinnerung
oh, dieses unglaubliche rot!

seinen schmuck warf er längst ab
nun schwillt allmählich ihm der kopf
oh, dieses unglaubliche rot!
der wind hat alles längst verweht

nun schwillt allmählich ihm der kopf
kein letztes blatt verhindert es
der wind hat alles längst verweht
im haupt reift schon die neue saat

kein letztes blatt verhindert es
es bleibt mir die erinnerung
im haupt reift schon die neue saat
ach, seine zeit war nur sehr kurz

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