kirschzweige

ins glas
auf dem bord
stellte ich
perlen tragendes
zweiggewirr
nun werde ich
jeden tag
schauen wie
der frühling
sich langsam
entfaltend
avisiert

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januarblues

zu grauen teppichen geronnen
wo es einst so herrlich bunt war
des verflossnen herbstes laub fiel
lang schon unter grauen himmeln

wo es einst so herrlich bunt war
frieren unbelaubte bäume
lang schon unter grauen himmeln
fingern stochernd nach der sonne

frieren unbelaubte bäume
schnee fehlt ihren dürren zweigen
fingern stochernd nach der sonne
da ist nichts die welt zu hellen

schnee fehlt ihren dürren zweigen
des verflossnen herbstes laub fiel
da ist nichts die welt zu hellen
zu grauen teppichen geronnen

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

außen

der
wind raunt
vor den fenstern
pfeift neuigkeiten
aus der kalten welt
der wind
geraut in der zeit
gebärdet sich ruppig
unbeherrscht wie
die welt von der
er erzählt
der schal um
meinen schultern wärmt
nur äußerlich

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winterregen

licht
tropft vom himmel
sät prismen
mir ans fenster
klopfend wie
ein aufgeregtes kind
schau mal
klopft es
schau mal wie
ich fließen kann
mich sammeln
in den wegspiegeln
der vorstadt
schau hinein
dass du den
himmel siehst
ohne dass ich dir
tränen wachsen
lasse

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Reklamation

wenn ich verträumt auf den kalender seh
dann merke ich, dass mir was fehlt: der schnee
da sollte doch schon längst der winter sein
wo ich durch trübe graue tage geh
wo ist der raureif auf den nackten zweigen
warum ist noch kein eis auf unserm see?
wenn doch der wald gar nicht verschneit ist
wie find ich in der dämmerung das reh?
nun geht das jahr in kurzer zeit zur neige
es dunkelt und die kälte zwickt im zeh
und wie ich es auch wende, wie ichs dreh
es ist nicht wirklich winter ohne schnee

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