november-haiku #lyrimo no. 12

kahle baumfinger
stochern im nebligen grau
ach! ein krähenruf

impuls: „November Haiku“

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 12

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

november-elegie

das jahr wird nun schon langsam schal
ganz trüb ist es und abgestanden
zuweilen sucht ein sonnenstrahl
sommererinnerung zu landen

den parkflaneuren ist der hals
von wollstrickboas nun umwunden
geh nur recht zeitig! andernfalls
verpasst du schnell die hellen stunden

der mond schaut so kalt und klirrend
auf uns aus seinem weltenraum
und orion wandert eisig flirrend

des nachts durch meinen wintertraum
schau ich zum fenster morgens hin
ließ dort der frost die blumen blühn

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spatz #lyrimo no. 8

fliegt
hüpft und
blickt
tschilpt
pickt nickt
blickt schief
pickt und pickt
nickt
sieht mich
flieht
fliegt hoch
fliegt aus
dem blick

impuls: „einsilbig“

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 8

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haiku No. 388

am strauch blasses rot
glimmen später tomaten
letzter sonnengruß

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einunddreißigster oktober

das morgenlicht dringt schwer durchs grau
es ist als wäre über nacht
der eignen augen kraft erschöpft
nur noch das nächste scheint genau

und zeichnet seinen scharfen rand
so wie der linde nackte krone
was weiter weg bleibt vage nur
als ob es seine form nicht fand

die linde trägt drei trockne blätter
auf ihrem fröstelnd nackten haupt
sie trägt sie als erinnerung
an lange tage, warmes wetter

was mir von dieser zeit geblieben
kastanien und erinnerungen
in kerzen leuchten kleine sonnen
so werd ich auch den Winter lieben

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