fost

der stadt wuchs heut ein kaltes fell
frost zwickte in die ohren
des morgens nebliges flanell
verdrängte sonne später hell
doch blieb der tag gefroren

der nebel klöppelte ganz leis
mir spitze an die scheiben
die wegrandpfützen trugen eis
die welt ward puderzuckrig weiß
so kann der winter bleiben

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

am wegrand

den
zweigen schwellen
sonnenbekitzelt
schon die künder
kommender tage
drinnen ganz
zart gefaltet
wartet grün
auf seine
zeit

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frostklar

in dieser stunde
am saum des
wäldchens hoch
über dem nest
der dorfhäuser
weit genug entfent
vom schein
verlängerter tage
nach oben sehen
still staunend
später folgen wir
der spur unseres
atems nach haus

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hyazinthen

durbrachen
die krume
zart und leicht
strebend zu
licht und atem
aufwärts pumpen
kraft und farbe
sammeln sich bis
zum aufbruch in
schönheit

alles das in
diesem liter erde
auf meinem tisch
diese stringenz
diese kraft
dieses wissen wann
lässt mich staunen
träumen auch
zuweilen

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vom wind

rauer geselle
tobt durch die
häusercanyons
zaust was beweglich
und streift das feste
treibt wolkenkolonnen
voran unerbittlich
dem tropfenfall
schräge verleihend

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