jojo-effekt

im baum, noch tief
hängt etwas schief
der mond, so schmal
vor jeder nacht
ist er bedacht
auf abendmahl

so wird er rund
glänzt silbern und
grinst breit vor glück
zwei wochen wonn
dann sagt die sonn
er würde dick

die waage streikt
der spiegel zeigt
der bund sitzt knapp!
da seufzt er schwer:
kein essen mehr
ich nehme ab!

© 2018, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

sonne

ihr
abendliches schwinden
schenkt uns diesen
traum von der täglichen
wiederkehr

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oktoberwald

dieser duft
des waldes im herbst
nach feuchter erde
morschem holz
kräftig nach
den fleischigen körpern
der pilze die unter
blätterteppichen und
astwerk im moos
sich zieren vor dem
gefundenwerden
die anderen
die du gleich entdeckst
leuchtend und aufgereckt
die lass stehen
so freuen sich die
augen auch

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fensterblick, kurz vor sieben

morgen
fließt ein
über den dächern
des quartiers
bändert rosé in
dämmriges weißnochnicht
als löse das rot aus
den schindeln sich
wabert und flockt
bonbonfarben in
der bläulichen milchsee
dem tag entgegen

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ein herbstreim

die sonne lockt
und meisenschlag
was sich die meise
denken mag?
der tag verwirrte
wohl ihr herz
es ist oktober
und nicht märz

die luft ist weich
fast warm das licht
das durch die schüttren
kronen bricht
fast säh ich frühling
überall
wär da nicht der
kastanien fall

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