abschiedsworte

machs gut, august
man meint, dass alles schon geschrieben
was es zu sagen gäbe über deinen lauf
jedoch du weißt
wie wir im letzten jahr verblieben
und du gabst keinen roten heller drauf

wie meistens wars
dass du dich ziemlich launenhaft gegeben
du hattest sonne im gepäck und hitzeglut
mit sturm und regen
batest du uns wohl um ein vergeben
wir schauen nächstes jahr, august
und nun machs gut!

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regen

er war
längst da
doch kam er
so leise dass
ich erst spät
sein flüstern
bemerkte vor
den fenstern
rocailleketten
farblos heimlich
dunkeln die erde
aus allen wolken
fallend das gefühl
eines friedens
in mir

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zeitrechnung

ihre woche
zählte fünf tage
fünf tage
da sie früh
sich erhob und
begab auf den weg
der aufgaben und
der pflichten
sie schienen dem
sein einen sinn
zu geben und
auch freude
fünf tage spüren
was vielleicht
leben sein könnte
an deren rand
begann das
haltlose das
verloren sein
vergaß sie sich
hörte auf zu
existieren

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endlich

aufblickend
kann ich keine
regung sehen
das licht
verstellt
erkenne ich
dich nicht
steinern wie
die statue
irgeneines
beliebigen
der so nicht
erinnert sein will
vergesse ich längst
unserer leben
verbindung

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kleine flucht

so ein himmel mit
hoch getürmtem wolkenrand
kleiner zwischentraum
vom leben in einer stadt
am fuß verschneiter gipfel

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