ferne.nähe

nein
ich war nicht
vor der tür
(ich bin ja brav)
war nur ganz kurz
nicht bei mir
als ich ihn traf

ist
er auch jetzt
weit von hier
schien er doch da
kamen ja seine
worte mir
unendlich nah

nein
ich war nicht
vor der tür
einsam zumut
dann rief er an
sprach mit mir
und es war gut

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cello

töne
die mit
dem holz schwingen
weich gestreichelt
perlen sie von
den saiten
baden möchte
ich darin

‘benedictus’ (karl jenkins: the armed man. a mass for peace)

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machtvoll

die
dich beschweren
auf dich geworfen
achtlos aus
plappernden mündern
die an dir kleben
deinen weg verstellen
dich bremsen als
watetest du durch
zähen honig

die
dich streicheln
dir verliehen wie
eine krone
dich groß machen
und stark
die dich öffnen
dich schweben machen
und lächeln

wie machtvoll
worte wirken
ich will es
bedenken

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stiller wunsch

rühre mich
dass du bist
dass ich sein kann
einfach
rühre mich an
dass ich spüre
dass du fühlst
gemeinsam
berühre mich
dass ich weiß
dass du meinst
uns

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wunsch

leih mir
dein wort
wenn in mir
sprachlosigkeit
sich ausbreitet
zum ausgehen
brauchen die
gedanken schuhe

lass mich
sehen mit
deinen augen
wenn mein blick
sich engt und
mein inneres
nach lichtem
dürstet

finde mich
wenn ich mir
verloren ging auf
den alltäglichen
irrpfaden
ich habe längst
aufgehört
zu suchen

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