schwund

alles scheint
grad zu schwinden
zuerst
die gewissheiten
das sichere gefühl
und der mut danach
die dicke der haut
die farben der welt
die offenheit wie
auch die zuversicht
alles schwindet
und ich?
sehenden auges
löse ich mich
langsam auf in
verschwinden

© 2022, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

betrachtung

schau nur
dieser himmel
so konturlos grau
sage ich erstaunt
kein stern kein
weißes wolkentier
bleiben uns
nur dornen
uns daran
zu reißen
grate oder
stolpersteine

ich weiß nicht
sagst du
mein blick hat
sich eingenistet
im unsichtbar

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anmerkung

wie ist die welt so dunkel
macht die gedanken trüb
und keine kraft, die blieb
zu sehn ein sterngefunkel

grau herrscht an allen tagen
lässt manches herz gefriern
die einsamkeit uns spürn
schwer wird es nicht zu klagen

wir sind beschwert mit bleien
und kriechen durch die zeit
sind lang noch nicht soweit
uns endlich zu befreien

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zwischen den stühlen

zu schwer
nebel zu sein
zu leicht um
als ein regen
zu gelten
zu aufgedreht
um zu schlafen
zum träumen
zu erschöpft
die kehle zu eng
von gefühlen
zu sprechen
zu unauffindbar
für die liebe
zu getrieben
sich zu besinnen
zum leben zu tot

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schwierige zeiten

die
längsten abende
wiegen so schwer
versenken alle welt in
müdigkeit

selbst
die träume
sind zu dunkel
für eine erinnerung des
morgens

grau
kalte tage
stetes schaudern als
einzige spur der eigenen
existenz

kriechen
durch tage
immer auf reserve
das leben zog längst
weiter

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