vorbei

es ist
wieder still
irgendwo weit oben
die erinnerung
eines klanges
lass uns gehen
bevor die tür
zuschlägt

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ein abend

dunkel
das zimmer
im ohr
mendelssohns
hebriden von
stürmen umtost
in der linde
vor dem fenster
verfing sich
venus zitternd
balanciert im
geäst langsam
richtung westen
zischend klettert
nun ein flämmchen an
einen frischen docht
lässt das schwarz
darum weiter dunkeln
venus endlich von
der krone befreit
reist weiter
der wellenschlag
am basalt der
nördlichen inseln
klingt noch nach
im flackernden
tanz der flamme

Mendelssohn: Die Hebriden

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unter den kopfhörern

die ohren
fliehen das
banale rauschen
des alltäglichen
schlüpfen unter
das weiche polster
gut behaust nun
trichtern sie
die ersten töne
entspannen die
härte des zuges
um den mund
zum lächeln

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zusammenspiel

höhen
und tiefen
die eine mitte
unspielen
die tempi
des lebens
streit und
frieden
ruhe und rausch
metallenes
mischt sich mit
klagenden lauten
tröstend darunter
stützt der bass
im wechselspiel
der kräfte
bis der dirigent
abschlägt

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ungeordnet #lyrimo no. 23

deutlich
der generalbass
des alltäglichen
die notierung des
harmonischen
verwischt
unfühlbar ein
tasten durch
dissonanzen suche
ich den kontrapunkt
ein tinnitus
beim vorsingen weiß
nichts von konsonanz
kein dirigent
ordnet die klänge
ich akzeptiere die
partitur

impuls: „Synapsensymphonie“

alle texte lest ihr hier: lyrimo tag 23

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