teichfrühling

ruhig ist es, der wind schlief morgens ein
aus trocknem ried schiebt sich nun frisches grün
nicht lang dann wird der igelkolben blühn
das wird den teichhühnern die kinderstube sein

ein reiher steht einsam mitten im spiegelglas
des teichs, sein bein schreibt in die fläche ringe
wie wenn bei ihm die zeit langsamer verginge
verharrt er starr als ob er längst vergaß…

die ersten bienen torkeln durch das gras
laben sich an der gänseblümchen wonnen
die zwischen halmen tupfen kleine sonnen
wo gestern noch ein kleiner krokus saß

schon hörte ich den ersten krötenlaut
das lange taglicht hat sie längst geweckt
ich sah sie nicht, sie hat sich gut versteckt
hängt perlenschnüre bald unter die wasserhaut

die amsel nimmt am ufersaum ein bad
den nackten bäumen wachsen kormorane
wie ich des sommers fülle schon erahne
der frühling legte längst dafür die saat

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im museum

es ist zeit
für betrachtungen
die länger währen
als unser sein
blicken zu folgen die
tiefer gehen als
die hunderten
insta-klicks
eines flüchtigen
nachmittags
es ist zeit
zu erkennen wie
das bild entsteht
im kopf in begriffen
strich auf strich
mit dem pinsel
empfunden
es ist zeit
störungslos zu
gleiten über flächen
in fluchten und
perspektiven
bleib ruhig noch
es ist zeit
genug

impuls: “palais de rohan. zur mittagszeit”, copyright silvia springorum 2014

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im auge des zyklons

wo
ich bin
ist stille
bewegt kein
atemhauch die
starre allen seins
was
ich sehe
ist das kreisen
strudelnder bewegung
um meinen ort
tosen und donnern
auftürmen und zerfließen
was
ich fühle
ist unberührtheit
und die vage möglichkeit
erfasst zu werden
vom steigen und
vergehen

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im fundbüro der nacht

es gibt hier
mannigfaltiges
scherben
eines traumes
aus kindertagen
ein verwaister kuss
ein nicht beendeter
streit (schwelend)
flitter vom vortag
ein duft nach boudoir
ein verlorener ring
zwei linke haken
ein sterbender flirt
ein paar rotweinflecken
ein müdes lächeln
eine halbe tube
sehnsucht (matt)
ein spotlight
ein bettloses monster
die starke schulter
suchst du hier
vergebens

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schloss fantaisie

eckersdorf

einen wundervollen spaziergang (ca. 5 km) von bayreuth entfernt liegt eckersdorf. hier findet sich ein kleinod: schloss fantaisie.
es wurde an einen hang aus dem typischen warmgetönten sandstein gebaut. die vorderfront ist von einem garten mit klar begrenzten rabatten und skulpturen umgeben.
die rückfront öffnet sich zu einer riesigen terrasse, die auf eine parklanschaft unter ihr blicken lässt. am tiefsten punkt befindet sich ein teich. dahinter geht das gelände ansteigend in mischwald über.

das schloss ist eng mit der lebensgeschichte der Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth verbunden.

detail vorderfront

fensterdetail parkseite

schloss vom park aus gesehen

ich möchte, mit etwas mehr zeit, noch einmal wiederkehren. dann steht auch das innere auf dem plan.

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