vom wetter

der abendhimmel türmt skulpturen
aus weißem dampf und färbt sie grau
der wind weht sie noch ziemlich lau
gemächlich über stadt und fluren

der stoff wird dichter, der bedeckt
des einst noch klaren himmels blau
ich schaue hoch, weiß nicht genau
was in den wolkentürmen steckt

ich mal mir aus was wohl passiert
kommt blitz, kommt donner, hagelschlag?
der wind, der noch nicht stürmen mag
hat derweil alles fein planiert

nun ziehn die wolken abgeflacht
(nichts von skulpturen mehr zu sehen)
kann irgendwann zu bette gehen
es bleibt wohl ruhig heute nacht

© 2021, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

pläne #lyrimo No. 24

ich will mit meinen worten bilder schreiben
die jenen gleichen die dein auge sieht
möchte nicht suchen, möchte einfach bleiben
dass einmal endet, was mich fort nur zieht

will meine welt ganz langsam überfliegen
vielleicht gewinne ich so überblick
ob meine grundannahmen richtig liegen
ob ich noch auf dem weg zum leisen glück

über die sieben berge will ich steigen
bis zu dem ort an dem ich bleiben mag
gefangenen gefühlen will ich ausweg zeigen
und leben endlich jeden neuen tag

impuls: „schon immer mal“

alle texte lest ihr hier: nutze die möglichkeiten

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an einen #lyrimo No. 17

ich liebe deine sanften worte
die meinem fühlen schaffen raum
und diese stärke deiner klarheit
gibt halt mir wie ein weiser baum

ich lieb die kühle deiner hände
die meine heiße haut berühren
und wenn wir durch den regen laufen
dann kann ich deine freude spüren

du kannst meinen genuss genießen
so wie der deine mich beglückt
du foppst mich gern, wenn ich erröte
dann schmunzelt du nur ganz entzückt

du schaffst es tag für tag aufs neue
dass ich stets wieder mich verlieb
die liebe schlich sich ein genz leise
sie hat sich eingerichtet, blieb

natürlich gibt es schwere tage
nichts glänzt auf ewig bei gebrauch
doch lieb ich deine augenblicke
und unsre augenblicke auch

impuls: “ein liebeslied”

medium: sarah straub & konstantin wecker: niemand kann die liebe binden

alle texte lest ihr hier: musik ist leben – leben ist musik

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ein wenig überschwang

hellgrünes laub streckt sich zum himmel
aus knospen erste blüten platzen
die amseln werden unvernünftig
sie scheren sich nicht um die katzen

schon summt es an den weidenkätzchen
der goldstern strahlt im sträucherschatten
die sonne schmilzt erinnerungen
an graues, das wir jüngst noch hatten

im wirrwar nackter jungfernreben
lassen forsythien gold nun blitzen
und an den zweigen der kastanien
sind glanzlackierte knospenspitzen

das gehen fällt plötzlich viel leichter
und freundlicher schaut die gesichter
schon lockt ein erstes eis die kinder
und manch verliebter wird zum dichter

die luft wird lauer und viel weicher
bald wird sie duften, allerorten
und wie die Leichtigkeit in mir wächst
entschlüpft sie mir mit leichten worten

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kieselreim

ich trat auf einen kiesel
mit meinem linken bein
er war ein echter stiesel
bohrt in den fuß hinein
das sah ein alter wiesel
er lachte sehr gemein
da kickte ich den kiesel
und ließ ihn kiesel sein

und sollt mein wortgeriesel
dem leser lästig sein
dann schenk ich ihm den kiesel
ganz ohne jede pein

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