elegie

jetzt, da es herbst geworden
scheint auch die welt zu dunkeln
im grau ist kaum ein funkeln
feuchtkalt wehts aus dem norden

wo sind die nebeltage
die alles harte decken
wo kann ich mich verstecken
in aussichtsloser lage

will eine höhle finden
dem winter zu entschlafen
der frühling sei mein hafen
wenn grün sprengt graue rinden

© 2022, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

ausblick

das grün ward gelb
aus gelb wird braun
draußen wirds bald
schon grau
die sonne steigt
nicht mehr so hoch
noch ist der himmel
blau

die sonne steigt
nicht mehr so hoch
vergoldet uns
den tag
wärmt nochmal
was um uns, bevor
die kälte kommen
mag

wärmt nochmal
was um uns, bevor
uns mütze schützt
und schal
los, ab hinaus
solang es geht
bald wird der herbst
schon schal

los, ab hinaus
solang es geht
noch ist der himmel
blau
kastanien klackern
laut im hof
draußen wirds bald
schon grau

© 2022, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

septemberreim

des jahres lauf geht hügelab
der sommer hat uns nun verlassen
dem grünen laub fehlt längst der glanz
und rauer schon die winde blasen

die ersten blätter werden gelb
sie lösen sich und gehn auf reisen
die vögel singen weniger
ach, ich vermisse ihre weisen

spät kommt das licht, und es ist fahl
und eher will es wieder schwinden
beleuchtet noch die wegrandfrüchte
in rot und blau, die wir nun finden

der sommer ging, da ist es klar
dass nun der herbst kommt übers land
was war, kommt sicher nicht zurück
was wird, darauf bin ich gespannt

© 2022, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

entscheidung #sammelstelle

die acht war ziemlich unzufrieden
war sie nur eine unter vielen
sie hätte gern viel mehr bedeutung
doch niemand wusste von ihren zielen

wär sie nur keine zahl gewesen!
war doch in lettern auch zu schreiben
dadurch, dass sie dann würd gelesen
als wort, müsst wichtiger sie bleiben

so dachte sie. sie wankte heftig
auf ihrer rundung untenrum
vom futur träumte sie geschäftig
und wankte. wankte und fiel um

da steckte nun im dreck der karren
denn niemand half, lang wurd die zeit
und da beschloss sie zu verharren
für ewig – als unendlichkeit …

das ist mein moment zum impuls acht bei der sammelstelle für poetische momente

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moment #lyrimo No. 12

der wind weht blütenblätter von den bäumen
für einen augenblick meint man, es wäre schnee
ich liege dösend mitten im grünen kosmos
wo ich mich ganz umringt von blumensternen seh

ein kätzchen tatzt sehr tapsig nach den faltern
noch ganz umsonst, sie sind ja viel zu schnell
ein wölkchen wirft keck auf die sonne schatten
da kommt ein wind, und es wird wieder hell

und noch viel mehr. er trägt der rosen düfte
zu mir und kitzelt wohlig meinen sinn
das ist die zeit in welcher ich am liebsten
über den ganzen tag in wald und wiese bin

impuls: zurück zur natur

alle texte lest ihr hier: zurück zur natur

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