paradox

sie war
nicht fortgegangen
hatte den ort
nicht verlassen
und war doch
nicht geblieben
ihr geist war
ständig auf der flucht
und wusste doch nicht
wohin

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unklar

wo
ich sein will
weiß ich nicht
ich weiß nur
dass ich bin
und ich bin
hier
ob das gut ist
fühl ich nicht
immerhin ist es
ein ort
den zu benennen
mir nicht gelingt
und es ist doch
immerhin
ein ort
wie ich herkam
bleibt schwache
erinnerung
wenn ich mich
erkennte
wüsste ich

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kommen und gehen

du fragst mich
woher ich komme
weißt du denn
wo du bist
und ist es
station nur oder
dein festes ziel
und
woher überhaupt
willst du wissen
dass ich komme
vielleicht
bleibe ich
ein ganzes leben
jemand der
keinen ort hat
vielleicht
bin ich längst
angekommen im
gehen

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auf dem weg

zwischen
zwei orten
sich bewegend
fragte sie sich
ob es
das ziel war dem sie
sich nähern wollte
vielleicht war es
doch viel eher
eine flucht

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winterreise im ohr

fremd bin ich eingezogen*
frag mich nicht wer ich sei
hab aufgehört zu fragen
bin aller antwort frei
ich geh so viele jahre
und suche meinen sinn
so oft ich stellt die frage
wusst nie, warum ich bin
hab mir die welt erwandert
in ausgetretnen schuhn
hab viel entdeckt, erfahren
bin müde, möchte ruhn
doch hab ich nicht gefunden
noch meines lebens zweck
und so kann ich nicht rasten
muss stets gleich wieder weg
so haste ich durchs leben
und bin mir selbst ein graus
und so wie ich gekommen –
fremd zieh ich wieder aus*

* die ersten beiden verse aus schuberts ‘winterreise’, 1. lied ‘gute nacht’

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