erschöpfung

am freitagabend bin ich leer
hab alle worte längst verbraucht
da sind keine gedanken mehr
all meine energien verraucht

hab alle worte längst verbraucht
verteilt an jene voller fragen
all meine energien verraucht
bleibt schwere nur nach haus zu tragen

verteilt an jene voller fragen
auf dass der zweifel sie nicht frisst
bleibt schwere nur nach haus zu tragen
trag sorge dass noch hoffnung ist

auf dass der zweifel sie nicht frisst
doch was ist mit den eignen sorgen?
trag sorge dass noch hoffnung ist
möchte nur tiefen schlaf bis morgen

doch was ist mit den eignen sorgen?
da sind keine gedanken mehr
möchte nur tiefen schlaf bis morgen
am freitagabend bin ich leer

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

elegisches pantun

die nacht ist schwarz
kein stern zu sehen
ich sitze schweigend
im dunklen zimmer

kein stern zu sehen
die kerze züngelt
im dunklen zimmer
tanzende lichter

die kerze züngelt
wie auch gedanken
tanzende lichter
die schnell verschwinden

wie auch gedanken
schwer oder flüchtig
die schnell verschwinden
gefühl verletzlich

schwer oder flüchtig
ich sitze schweigend
gefühl verletzlich
die nacht ist schwarz

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

weiß nicht warum ichs schrieb

zu einander sich fühlen
und dem andern nicht gleich
reibung wärmt uns im kühlen
macht in summe doch reich

und dem andern nicht gleich
so wie gabel und messer
macht in summe doch reich
gehts mit beiden viel besser

so wie gabel und messer
wo eins schneidet eins hält
gehts mit beiden viel besser
in den wirbeln der welt

wo eins schneidet eins hält
reibung wärmt uns im kühlen
in den wirbeln der welt
zu einander sich fühlen

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

januarblues

zu grauen teppichen geronnen
wo es einst so herrlich bunt war
des verflossnen herbstes laub fiel
lang schon unter grauen himmeln

wo es einst so herrlich bunt war
frieren unbelaubte bäume
lang schon unter grauen himmeln
fingern stochernd nach der sonne

frieren unbelaubte bäume
schnee fehlt ihren dürren zweigen
fingern stochernd nach der sonne
da ist nichts die welt zu hellen

schnee fehlt ihren dürren zweigen
des verflossnen herbstes laub fiel
da ist nichts die welt zu hellen
zu grauen teppichen geronnen

© 2020, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

dem ende zu

diesem dezember wachsen graue haare
geht ihm doch die kraft nun langsam aus
so endet dieses wie stets alle jahre
man hält jetzt rückschau oder blickt voraus

geht ihm doch die kraft nun langsam aus
bleiben immerhin noch ein paar stille tage
man hält rückschau oder blickt voraus
ein neubeginn harrt unser ohne frage

bleiben immerhin noch ein paar stille tage
manch einer kann es nur ganz schwer ertragen
ein neubeginn harrt unser ohne frage
bald wird man böller in den himmel jagen

manch einer kann es nur ganz schwer ertragen
so endet dieses wie stets alle jahre
bald wird man böller in den himmel jagen
diesem dezember wachsen graue haare

© 2019, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.