bienenleben

summend
treiben mich
meine gläsernen
flügel
summend wie ein
elektrischer motor
heben sie
treiben sie mich
voran nach futter
zu suchen in den
blüten des frühjahrs
meine zeit läuft
längst schon ab
summend jage ich
mein kind zu nähren
in der dunklen enge
der röhre vermauert
die mich entließ
wird es nichts
von seiner mutter
wissen wenn es
geboren wird
nächstes jahr

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tageslauf

morgens noch
sonnenstrahlen
im genick
stumpften dem
schneidenden wind
die klinge
dem tag wuchs ein
grauer lodenmantel
abgehängte himmel als
würden sie eine weile
ungenutzt bleiben
lachen klang fremd
eingegraben in kapuzen
trugen menschen
sparsame gesichter
abends dann
lag rosa schnee
unter dem mandelbaum
der wind mähte
mit neuer klinge
kalte tropfen aus
den wolken

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suche

so nur mit mir
bin ich allein
still ist es hier
schön könnt es sein

bin ich allein
such ich nach mir
schön könnt es sein
fänd ich mich hier

such ich nach mir
bei andern auch
fänd ich mich hier
nur schall und rauch

bei andern auch
findst du mich nicht
nur schall und rauch
im grellen licht

findst du mich nicht
still ist es hier
im grellen licht
so nur mit mir

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komplize

wenn
nichts zu gehen scheint
die energie verflog
für irgendwelche taten
dann kann es sein
dass der regen
zum komplizen wird
der mit dem alibi
für bloßes existieren
ohne jegliche aktion
komplize regen
der einen raushaut
wenn
man es selbst
nicht kann
gerade

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veränderung

als du
einfach warst
warst du mir wichtig
denn du hattest
bedeutung für mich
das verband uns
dann trugst du
deine bedeutung wie
eine monstranz
vor dir her
losgelöst von allem
war sie blass wie
eins dieser laken
die einst ungenutzte
stuben verhängten
ich verlor dazu
den schlüssel

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