an den nachtgefährten

ich schaue zu dir auf
und bin ziemlich besorgt
schmal bist du geworden
und du wirkst so blass

ich frag mich was dir fehlt
und ob du hilfe brauchst
ich finde es nicht raus
denn nie sagst du was

du hältst stets dich zurück
bleibst still und ganz dezent
und so hab ich gedacht

du wärest schüchtern wohl
du suchtest zu verschwinden
im schutz dunkler nacht

© 2023, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

gewitterchen

oh, wie der späte tag mir drohte
runzelte die graue stirn
glaubte wohl, er sei ein bote

des gewitters, das da nahte
das, ganz schüchtern, guckte nur
mag sein, dass keinen mut es hatte

es zog vorbei, war etwas kleinlaut
ich wünsche ihm ein besseres ziel
wo es sich traut und richtig reinhaut!

© 2023, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

blick zum himmel

wie schnell die wolken ziehen
sturm treibt sie unermüdlich
fast scheinen sie zu fliehen

vergeblich reckt die linde
die kahlen äste ins gewölk
auf dass es halt dort finde

allein, es ist vergeblich
die wolken ziehen weiter
dort oben überheblich

dunkeln das tageslicht
es gibt ihrer so viele
besonders sind sie nicht!

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irreführung

erst ists warm und plötzlich kälter
sturm gibts, sonne und auch regen
der september wird wohl älter

eicheln klacken, früchte leuchten
wie die wolken sich bewegen!
gummistiefel pflügen feuchten

matsch und tiefe regenpfützen
hagelschauer perlen legen
sonne scheint durch laubgilbritzen

schwalben flohen längst die breiten
während krähen sich erregen
kommen doch nun raue zeiten

september ist schon bald vorbei
und ich muss arg überlegen
was dann folgt…

ganz sicher mai!

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vom wege

das gehen gleicht dem hürdenlauf
auf allen wegen die ich gehe
schauen schnecken zu mir auf

sie sind andauernd ‘on the road’
kriechen ins gras oder hinaus
als suchten sie gezielt die not

auf kieseln sind sie schlecht zu sehn
den blick gesenkt und konzentriert
versuche ich sie zu umgehn

was nützt mir da geschwindigkeit?
will ich ihr plattes ende nicht
mein weg braucht neuerdings viel zeit

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