20. juni, 9 uhr abends

die sonne noch
auf hohen lindenspitzen
der große hof
gefüllt mit vielen stimmen
lang werden sie
vielleicht noch draußen sitzen
wie alle sich
doch nach dem sommer sehnten
jetzt scheint er
endlich bei uns angekommen
wie gern sie ihn
am liebsten endlos dehnten
jedoch es zeigt
der mauersegler schnelles leben
dass nichts so
wie es ist auch bleiben wird
drum sollte es
besser kein zaudern geben
öffnet die fenster
weit und lasst den sommer ein
wenn er schon hier
dann nutzen wir ihn besser
bevor wir uns
versehn wird er zu ende sein

© 2025, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

beobachtung

der frühling naht in wellen
nach winterling und schneeglöckchen
blühn krokus und kornellen

die sonne kann schon wärmen
und hoch im kahlen baumgeäst
hört man die vögel lärmen

noch frostig sind die morgen
doch mittags kann das sonnenwarm
für offne jacken sorgen

was kommen nun für zeiten!
bald wird sich üppig blütenpracht
über das land ausbreiten

© 2025, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

eigenartig

gewitter
die nichts klären
sich aufblähn
so als wenn
sie überaus
gefährlich wären

das scheint
in unsern breiten
wohl der natur
gewohnheit
in diesen
irren zeiten

weltuntergang
verschoben
woanders blitzt
und kracht es
hier ists längst
blau dort oben

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nachdenken über die zeit

jeden moment verrinnt die zeit
erschreckend zäh gefühlt beim warten
und auch auf hundert andere arten
jeden moment verrinnt die zeit
manchmal scheint sie beinah zu fliehen
du hältst sie nicht, lass sie nur ziehen
jeden moment verrinnt die zeit
so schau auf jene, die geschehen
im tun kannst du gut mit ihr gehen
jeden moment verrinnt die zeit
lässt dich zurück in deinem sein
und wird doch nie zuende sein
jeden moment verrinnt die zeit
macht altes aus dem, was mal jung
so bleibt nur die erinnerung
jeden moment verrinnt die zeit
und nie bekommst du sie zurück
erwarte neues, schärf den blick
jeden moment verrinnt die zeit
du kannst an ihrem rand verharren
stoppen wollen sie nur narren
jeden moment verrinnt die zeit
und wer sie füllt in ihrem fließen
kann seine zeit vielleicht genießen

© 2024, stachelvieh. einfach gedanken…. All rights reserved.

an den nachtgefährten

ich schaue zu dir auf
und bin ziemlich besorgt
schmal bist du geworden
und du wirkst so blass

ich frag mich was dir fehlt
und ob du hilfe brauchst
ich finde es nicht raus
denn nie sagst du was

du hältst stets dich zurück
bleibst still und ganz dezent
und so hab ich gedacht

du wärest schüchtern wohl
du suchtest zu verschwinden
im schutz dunkler nacht

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